BERNE - Ordentlich auf einem Tisch in der Aula gestapelt standen sie am Mittwoch schon zu Beginn der Veranstaltung im Mittelpunkt – die orangefarbenen Bücher „Einfach grenzwertig“.
Einen Tag lang hatten die Schüler vom Schulzentrum in Berne eigene Texte zum Thema „Grenzerfahrungen“ geschrieben. 1500 Texte sind auf diesem Weg entstanden. Nun konnte es niemand erwarten, den eigenen Aufsatz frisch gedruckt zu lesen.
„Aufgrund der Menge konnten nicht alle Texte in das Buch aufgenommen werden“, sagte Alfred Büngen vom Geest-Verlag in Vechta bei seiner Eröffnungsrede. „Das Buch ist sehr spannend geworden. Das Thema ist interessant für junge Leute. Grenzerfahrungen prägen die eigene Persönlichkeit.“
Musikalische Begleitung
Auch Schulleiter Karl-Heinz Pauli-Erythropel zeigte sich beeindruckt von den Ergebnissen. „Es wird für die Schüler sehr spannend sein, in zehn Jahren zu sehen was sie geschrieben haben. Für die Leser lohnt es, sich mit dem Buch wirklich intensiv auseinanderzusetzen.“
Von einigen Texten konnten sich die Zuschauer in der Aula während einer Vorführung einen ersten Eindruck verschaffen. Sie wurden von den Schülern verlesen, zum Teil mit musikalischer Begleitung von Niko Komar, Musiklehrer am Schulzentrum.
Auf der Bühne stellten die Jungen und Mädchen teils ihre eigenen Texte, teils die von Klassenkameraden vor. Im Buch wurden die Veröffentlichungen anonymisiert. „Manche Erfahrungen sind sehr persönlich, deshalb haben wir auch teilweise die Namen direkt in den Texten geändert, zum Beispiel beim Thema Liebeskummer.“ Das diese Vorsicht nachvollziehbar ist, wird schon beim Verlesen der ersten Texte deutlich. Mit leiser Stimme erzählt ein Mädchen von Depressionen und Gefühlen von Einsamkeit, andere vom Zerbrechen von Freundschaften, Nahtoderfahrungen oder Zukunftsängsten.
Thema Zukunft
„Ich kann nicht erklären, warum das Thema Grenzerfahrungen für die Jugendlichen meist mit negativen Ereignissen besetzt ist“, sagte Reinhard Rakow, Mitorganisator der Berner Bücherwochen. „Deutlich wird immer wieder das Thema Zukunftsangst.“
Das Buch „Einfach grenzwertig“ ist im Geest-Verlag Vechta erschienen. (193 S., 10 Euro)
