BERNE - Volles Vertrauen in die eigenen Fertigkeiten hat Neele Bruns noch nicht. Bei der Ferienpassaktion des Stedinger Turnvereins (StTV) war sie zum ersten Mal mit einem Boot auf der Ollen unterwegs. „Kanufahren ist irgendwie mehr schwer als leicht“, überlegt die Zwölfjährige. Man müsse „sehr aufpassen, bloß nirgendwo gegen zu fahren“. Dann könne das Boot leicht kentern. „Wenn heute noch welche ins Wasser fallen, sind das bestimmt die Jungs“, ist sie sich sicher. Begründung: „Die machen so viel Quatsch.“
Das sieht Luca Frauke etwas anders. Der Elfjährige kämpft sich mit seinem Freund Lukas Bellmann (10), durch die Fluten. Die beiden kommen aus Ganderkesee und zelten mit ihren Familien an der Juliusplate. „Aber als wir von dem Angebot gehört haben, wollten wir unbedingt teilnehmen.“ Unsinn würden sie selbstverständlich keinen machen. Nur seien sie sowieso schon so durchnässt, dass ein Kentern auch nicht mehr schlimm wäre.
Die Jugendwarte Daniel Beyrodt und Roman Prieb haben mit ihrem Team alle Hände voll zu tun. Vor allem das Zusammenhalten der Truppe erweist sich als schwieriger als gedacht. „Manche lernen schnell und sind immer weit voraus. Die jüngeren Kanuten hängen meist hintendran. Da muss man immer aufpassen, keinen zu verlieren", sagt Beyrodt. Roman Prieb wechselt derweil alle paar Minuten von Boot zu Boot, um mit den Nachzüglern die Spitze des Konvois einzuholen. Denn wer zu spät das Vereinsheim erreicht, bekommt womöglich keine Bratwurst mehr ab oder verpasst das Turnen und anschließende Übernachten in der Halle.
