BERNE - Das zweite Berner Gemeindefrauenfest am Sonnabend in der Comeniusschule wird am Internationalen Frauentag ein Fest von Frauen für Frauen.

Das Fest beginnt mit einem leckeren Büfett. Für ihre Suppen und den köstlichen Nachtisch bekommen die Landfrauen ein Kompliment von Elke Belsemeyer: „Schreibt ein Rezeptbuch, dann haben alle was davon und es kommt auch was in eure Kasse“.

Gestärkt und mit einem Glas Wein in der Hand, wenden sich die zahlreich anwesenden Frauen dem zweiten Teil des Abends zu. Die Tanzgruppe des Stedinger Turnvereins „Just for fun“ begeistert mit ihrer Show zu den Klängen von John Miles „Music“. Die nächste Gruppe trommelt mit den Sticks auf blaue Gymnastikbälle – was das Zeug hält: „Welcome to Africa“. Die afrikanisch inspirierten Techno-Rhythmen reißen die Zuschauerinnen zu Begeisterungsstürmen hin, die Trommlerinnen sind völlig aus der Puste – egal, eine Zugabe muss her, die ungebremste Frauenpower wird mit donnerndem Applaus begleitet.

Auf dem Klavier lässt sich der „Star des Abends“, die Oldenburger Sängerin Imke Barnstedt, begleiten. Ihr Repertoire: Chansons, Schlager, Gassenhauer und Couplets der unvergleichlichen und unvergessenen Claire Waldoff.

Die legendäre Wahl-Berlinerin wurde 1884 als Clara Wortmann und elftes von 16 Kindern in Gelsenkirchen geboren. Als Königin des Berliner Kabaretts gelang der rothaarigen Diseuse ein langjähriger Siegeszug, den schließlich die Nazis beendeten. Die Waldoff war eine emanzipierte Frau, zu frech und kodderig, dazu noch lesbisch; eine, die singt „Jott, was sind die Männer dumm“ – das konnte von den spießigen Nazis nicht akzeptiert werden.

Imke Barnstedt interpretiert die Couplets so, wie es sich die Waldoff vermutlich gewünscht hätte: derb und quäkend, drollig verhuscht, unbekümmert und mit Brüllstimme: „Hermann heest’ a“. Urkomisch besingt sie die Leiden eines liebestollen Erpels zu seinem „Schmackeduzchen“.

Die Songs der Waldoff sind Liebeserklärungen an ihre Wahlheimat Berlin und Liebeserklärungen an starke Frauen – wie Imke Barnstedt, die an diesem tollen Abend eine starke Frau war, eine echte Waldoff eben.