BERNE - Seit vielen Wochen haben sich die Klassen 9H und 9R des Berner Schulzentrums Berne dem Thema „Leben in der NS-Zeit“ gewidmet. Die Schülerinnen und Schüler haben dafür nicht nur umfangreiche Literatur zu Rate gezogen, sondern auch Zeitzeugen aus Berne und Bremen interviewt, historische Orte wie den U-Boot-Bunker in Farge sowie in Berlin besucht. „Wir haben Wäschekörbe voll Bücher gelesen“, führte Marie-Christin Lührmann, Schülerin der Klasse 9R2 aus.

Den Abschluss des Projektes bildete am Freitag eine Autorenlesung mit der seit 60 Jahren in New York lebenden Jüdin Margot Friedländer, die den Holocaust im Untergrund von Berlin überlebte. Gemeinsam mit der Autorin Malin Schwerdtfeger hat Margot Friedländer ihre bewegende Geschichte veröffentlicht und auf einer Lesereise in Deutschland Auszüge aus ihrem Buch „Versuche dein Leben zu machen“ vorgetragen.

Lehrerin Cornelia Josephs-Eibach erinnerte in diesem Zusammenhang an die in Amsterdam untergetauchte Berner Familie Berg sowie die verfolgte Familie Koopmann. Der Lesung, sie wurde von der Gemeinde Berne und einer Braker Buchhandlung finanziell unterstützt, wohnten die Zeitzeugen sowie auch Landrat Michael Hörbrink, Bürgermeister Bernd Bremermann und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Ulla Bernhold, bei.

Mit tief berührenden Worten erzählte die heute 86-Jährige, wie sie als 21-Jährige von einem Arztbesuch zum Haus ihrer Familie zurückkehrte und die Tür versiegelt vorfand. Das einzige was ihr von ihrer Mutter blieb, war ein Zettel mit der Nachricht „Versuche dein leben zu machen“ sowie deren Handtasche, in der sich eine Bernsteinkette der Mutter befand, die Margot Friedländer während ihrer Berner Lesung trug.