Köln - „Herr Lehmann“ ist der Roman, der Sven Regener berühmt gemacht hat. Für den aus Bremen stammenden Künstler wurde er zum soliden Fundament einer literarischen Karriere, die noch nicht zu Ende ist. Nun hat der Eichborn Verlag Regeners Debütroman noch einmal herausgebracht, als Graphic Novel. Rechtzeitig zum 25. Jahrestag des Mauerfalls.

Das Datum spielt in der Geschichte schon deshalb eine wichtige Rolle, weil es der 30. Geburtstag der Hauptfigur ist. Frank Lehmann läuft am Abend des 9. November etwas orientierungslos durch die Stadt und wundert sich, wo die vielen Trabis hin wollen. „Ich gehe erst einmal los, dachte er. Der Rest wird sich schon irgendwie ergeben“, lautet der geniale letzte Satz.

Tim Dinter, Comic-Künstler aus Berlin, erzählt die Geschichte auf seine Art. Der Text lehnt sich eng an das Original an, aber natürlich ist der Stil ein anderer, schon weil die Figuren in Sprechblasen kommunizieren. Weil sich manches in der Comicversion kurz und knapp erzählen lässt, ist seine Variante sogar die temporeichere im Vergleich zum Roman. Man muss sie ja nicht gleich besser finden, aber man kann mit ihr genauso viel Spaß haben.