Oldenburg - Kunst entsteht nicht in Museen und Galerien: Gemälde, Fotografien oder Skulpturen haben ihren Ursprung meist in den Ateliers der Künstler. Dieser Ort, an dem Kreativität auf Leinwand, auf Fotopapier, in Holz oder anderen Materialien gebannt wird, war am Wochenende zu besichtigen. An den „Offenen ARTEliers“ beteiligten sich 40 Künstler und vier Ateliergemeinschaften in der ganzen Stadt.

Das Publikum war dabei so verschieden wie die Kunst, die die Besucher für sich entdeckten. Hannelore Schimmelpfennig malt zum Beispiel selbst. Bei einer Ausstellung hatten es ihr die Werke von Anke Ibe angetan. Nun besuchte sie die Malerin in der Atelieretage an der Bahnhofstraße. „Ich wollte mal sehen, wie ihre Bilder entstehen.“

Das konnte Ibe an ihrem neuesten Werk erklären, für das sie trotz der riesigen Leinwand nur einen Tag gebraucht hatte. „Das war gestisches Malen mit großem Körpereinsatz, etwas sehr Emotionales.“

Doch nicht nur Kunstexperten waren unterwegs. Im Nachbaratelier tauchten unter anderem zwei Krankenschwestern auf, die fasziniert waren von Susanne Barelmanns künstlerischer Beschäftigung mit der Anatomie des Körpers.

Sehr zufrieden zeigte sich Martina van de Gey, Vorsitzende des Bundes Bildender Künstler (BBK) Oldenburg, der für den Veranstalter (Freundeskreis Bildender Künstlerinnen und Künstler) die Organisation übernommen hatte. „Es brummt“, war ihr Fazit. Das hatte sie nicht nur aus anderen Ateliers, sondern auch in ihrem Haus erfahren. An der Jahnstraße stellte sie selbst aus und hatte zudem Tine Blom aus Großheide und Herbert Blazejewicz aus Hude eingeladen.

„Ich habe sogar schon etwas verkauft“, freute sich Blazejewicz. Die Niederländerin Blom, die seit drei Jahren in Deutschland lebt, war ebenfalls zufrieden: „Ich bin sehr froh, dass so viele Besucher hier gewesen sind.“

Eine von ihnen war Renate Kramer. Am Sonnabend und Sonntag schaute sie bei mehreren Künstlern vorbei. „Ich bin jedes Mal, wenn die Ateliers offen sind, gerne unterwegs“, erzählte sie. „Denn es ist sehr interessant, zu sehen, wie sich die Künstler in der Zeit entwickelt haben.“

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)