Bethen - Nachdem die Wallfahrten für Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemals deutschen Ostgebieten nach Bethen in den ersten Nachkriegsjahrzehnten stets regen Zuspruch fanden, sanken die Teilnehmerzahlen drastisch. Der Grund war der Tod vieler Menschen, die in Westdeutschland eine neue Heimat gefunden hatten.
Nicht anders ging es den Menschen aus der damals ostpreußischen Diözese Erm-land, die später aussiedelten und bis 2016 zu einer eigenen Wallfahrt einluden. Beide Veranstaltungen wären aus dem Kirchenleben verschwunden, hätte nicht Erich Behlau eine Wiederbelebung versucht. Der aus dem Ermland stammende und in Emstekerfeld lebende Rentner organisiert eine Wallfahrt für Christen aus den östlichen Geburts- und Heimatorten. Dazu kamen viele Gläubige, die zusammen mit Großdechant Franz Jung, Monsignore Rainer Lewald, Prälat Dr. Klaus Fischer, Monsignore Dr. Dirk Költgen und Prälat Leonhard Elsner in der Wallfahrtsbasilika einen Gottesdienst feierten. Olga Lorey (Orgel) und Elisabeth Schene (Trompete) gestalteten die Eucharistie.
In seiner Predigt erinnerte Jung an die Schrecken von Flucht und Vertreibung. Heimat bedeute Wohlfühlen, Elternhaus, Kindheit, Geschichte Kultur und Kirche, sowie den Glauben an Gott. Heimat sei ein Naturgesetz, daher bedeute jegliche Form von Vertreibung Unrecht, betonte der Geistliche, der zur Versöhnung und zum Dialog mit der polnischen und tschechischen Bevölkerung aufrief.
Im Anschluss bestand im Haus Maria Rast Gelegenheit zum Austausch. Während des Treffens betonte der Vorsitzende des Ermländischen Landvolks, Erich Behlau, den Stellenwert der Wallfahrten. Jede Wallfahrt sei ein Fest und jede Begegnung mit bekannten Menschen bewirke eine Freude.
