Bevern/Calhorn - Die Frage, ob Jugend und Kirche zwei Paar Schuhe seien, hat der Jugendmesskreis Bevern in den Mittelpunkt des Gottesdienstes zum diesjährigen Don-Bosco-Fest gestellt. In der fast voll besetzen St.-Marien-Kirche Bevern sprach Weihbischof Wilfried Theising am Sonntag über das Wirken des Priesters Johannes Bosco.
Der Jugendseelsorger Bosco verstarb am 31. Januar 1888. Jährlich erinnern die Salesianer Don Boscos in dieser Zeit auch am Ordensstandort in Calhorn an ihren Ordensgründer. „Dieser Apostel der Jugend ist für uns noch heute ein Vorbild“, eröffnete Theising. „Einer, der mit wachem Blick die Nöte der Menschen wahrgenommen hat“, sagte der Weihbischof. Don Bosco sei an den Menschen nicht einfach vorbeigegangen. Er habe sich gefragt, was er selbst für sie tun könne. Etwas Besseres könne ein Christ gar nicht machen.
Jugend und Kirche müssten nicht getrennt sein, verdeutlichten die Mitglieder des Jugendmesskreises. Mit dem Glauben müsse man bei sich selbst anfangen, sagte Patrick Thole, der für ein kleines Schauspiel die Rolle Don Boscos übernahm: „Einfach mal ein Statement setzen. Jeder, der anderen helfen kann, sollte das auch tun. Dann sind Jugend und Kirche keine zwei Paar Schuhe mehr.“ „Tue, was Du kannst, und Gott tut das Übrige“, hatte der 1934 heiliggesprochene Bosco gesagt.
Den Blick auf die eigenen Möglichkeiten schärfte das Vorbereitungsteam auch mit einem dialogischen Vater-Unser-Gebet. Aus dem Off antwortete Gott (Juliane Lübbe) und forderte den betenden Lukas Urberg dazu auf, die eigenen Versuchungen und persönlichen Schuldiger ernst zu nehmen.
Der italienische Priester habe als Vorbild die vorbehaltlose Liebe gelebt, die den Menschen von Gott geschenkt sei, predigte Theising. Er habe den Jugendlichen Räume geschaffen, Zweifel zu äußern. Bei ihm hätten sie gespürt und geglaubt „es geht um mich.“ Es wäre schlimm, wenn Jugend und Kirche zwei Paar Schuhe wären, griff Theising das Bild auf. „Kinder und Jugendliche sind wesentlich für das Leben unserer Kirche“, sagte er. Nicht nur, weil sie die Kirche weiterführten, das sei ihm zu einfach. Junge Menschen bringen in die Kirche etwas ein, was Erwachsene zu schnell vergäßen, deshalb stellt Gott das Kind in die Mitte, erinnerte Theising an die Weihnachtskrippe.
Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Männergesangverein „Cäcilia“ Ramsloh. Nach dem Hochamt feierten die Salesianer im Don-Bosco-Haus in Calhorn weiter.
