Vechta - Der Wahlspruch von Dr. Max Georg Freiherr von Twickel lautete: „Gib Licht am Abend („largire clarum vespere“), und genau in der Abendstunde zur Zeit des Vespergebets ist Vechtas ehemaliger Offizial und Weihbischof verstorben: „Was können wir ihm Besseres wünschen, als die Erfüllung dieser Bitte“, sagte Felix Genn, Bischof von Münster, am Sonnabend bei von Twickels Beisetzung in Vechta.
Den Platz auf dem Vechtaer Friedhof hatte sich von Twickel selbst ausgesucht: „Hier fühle ich mich heimisch“, hatte er unlängst noch einmal betont. Eine Grabstätte im Bereich des Münsterschen Doms wollte er nicht.
Rund 1000 Menschen waren zu den Trauerfeierlichkeiten nach Vechta gekommen, darunter die Bischöfe Dr. Franz-Josef Bode aus Osnabrück und Dr. Heinrich Mussinghof aus Aachen sowie mehrere Weihbischöfe und das Münstersche Domkapitel. Das von Genn gehaltene Pontifikalrequiem wurde aus der Propsteikirche St. Georg in die Klosterkirche übertragen. Auch vor St. Georg war eine große Leinwand aufgebaut.
„Ich danke allen, die sich um Weihbischof von Twickel gekümmert haben,“ sagte Genn mit Blick auf die Familie, die auch nach Vechta gekommen war. Zur Beerdigung hatte sich auch der päpstlichen Staatssekretär Erzbischof Pietro Parolin gemeldet. „Mit großer Hingabe hat sich Weihbischof von Twickel für die ihm anvertrauten Gläubigen als Lehrer und Seelsorger eingesetzt“, heißt es in dem Beileidstelegramm. Papst Franziskus erteile allen, die im Gebet des Verstorbenen gedenken, den apostolischen Segen.
Genn würdigte von Twickel als einen bescheidenen und edlen Menschen. Dies habe sich immer „in abgewogener und kluger Rede, mit Worten, die sympathisch den Sachverhalt trafen und zugleich die Kraft seines Geistes spüren ließen, in unermüdlichem Zuhören, in einer bescheidenen Lebensweise, die niemals seine eigene Person in den Mittelpunkt stellte“, gezeigt. Von Twickel habe man immer als guten Hirten erlebt, der das Leben seiner Schafe in den Fokus gestellt habe, würdigte der Bischof das Leben und Wirken von Twickels, der am 28. November im Alter von 87 Jahren in einem Reha-Zentrum in Mettingen verstorben war.
Nach dem Requiem zog die Trauergemeinde in einem langen, von Bannerträgern vieler katholischer Verbände angeführten Zug zum nahe gelegenen Friedhof, auf dem Weihbischof Heinrich Timmerevers die Beerdigung hielt.
