Butjadingen - Für alleinstehende Frauen mit geringem Einkommen gebe es zu wenig bezahlbaren Wohnraum in der Gemeinde Butjadingen. Auch die Zahl der „vernünftigen Arbeitsplätze“ mit einer Entlohnung, von der Frauen leben können, sei auf der Halbinsel nicht ausreichend, beklagt Butjadingens Gleichstellungsbeauftragte Karin Herrmann in ihrem jüngsten Tätigkeitsbericht.

Den gab sie während der jüngsten Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Familie, Jugend, Sport und Kultur im Burhaver Rathaus. Er beinhaltete neben einer Darstellung ihrer Aktivitäten auch einen kritischen Blick auf die sozialen Angebote und Hilfen in Butjadingen.

Neben ihrer wöchentlichen Sprechstunde (freitags von 10 bis 12 Uhr im Burhaver TSG-Huus) bietet Karin Herrmann auch Beratungsgespräche an und organisiert Veranstaltung. Wichtig sei ihr, dass zusammen mit Gruppen und Initiativen zu tun, die zu einem „bunten sowie frauen- und familienfreundlichen“ Butjadingen beitragen.

Die Gleichstellungsbeauftragte regte an, die Butjadinger Gesundheitswoche „EBBE“ zumindest im Form eines Wochenendprogrammes wieder aufleben zu lassen. Auch an der Ferienpassaktion 2015 wird sich Karin Herrmann erneut mit einem kreativen Angebot beteiligen.

Es gebe zwar schon einige Angebote für die Senioren in der Gemeinde Butjadingen, die aber noch erweitert werden könnten. Deshalb hat sich die Gleichstellungsbeauftragte bei der Nachbargemeinde Stadland über deren Seniorenpass-Aktion informiert, die dort sehr gut angenommen werde. „Aber das kostet halt auch circa 10 000 bis 12 000 Euro pro Jahr“, berichtete Karin Herrmann.

Ein weiteres Thema, mit dem sie sich beschäftigen werde, ist die Mobilität in Butjadingen. „Für meine Arbeit freue ich mich über Hinweise und Anregungen“, so die Gleichstellungsbeauftragte.

Für ihr Engagement erntete Karin Herrmann ein dickes Lob von der Ausschussvorsitzenden Martina Geberzahn (SPD). Keine Kritik üben, aber zum Nachdenken anregen über Rolle und Aufgaben der Gleichstellungsbeauftragten wollten Dr. Hans Hortig (Fraktion der Unabhängigen) und Jannes Bergsma (FDP) mit einigen Bemerkungen zum Bericht von Karin Herrmann.

Von deren Tätigkeit profitierten nur Frauen und Mädchen. Es müsse jedoch auch eine Gleichstellung für die Männer und Jungen geben, zumal auch sie Opfer von Mobbing seien und Tätigkeiten ausübten, die ihren Lebensunterhalt nicht sicherten, gab Hans Hortig zu bedenken. Jannes Bergsma ergänzte, dass die Gleichstellung der Frau schon weit vorangeschritten sei.

Das wollte Karin Herrmann nicht so stehen lassen. Zumindest im Beruf gebe es noch Nachteile für Frauen. Zudem sei ihre Tätigkeit nicht gegen die Männer gerichtet, sondern auf ein gleichgestelltes Miteinander.