Oldenburg - Die Stadtbibliothek im PFL und die benachbarte Kinder- und Jugendbibliothek an der Peterstraße sind im Dezember geschlossen. Grund ist die Umstellung der Ausleihe und Rückgabe auf Mikrosystemtechnik. Im Klartext: Mithilfe eines Mini-Funkchips und entsprechender Lesegeräte am Ausgang der Büchereien wird die Ausleihe automatisiert.

Möglich macht das die Radiofrequenz-Identifikation ((RFID). Die Oldenburger sind nicht die ersten, die ihr Sortiment ins digitale Zeitalter überführen. Einer der Vorreiter ist die größte Bibliothek in Berlin, die den Schritt bereits 2008 gewagt hat. „In den vergangenen Monaten wurden bereits 16 000 neue Ausweise ausgegeben und 110 000 Medien mit den Etiketten beklebt“, erklärte Stadtbibliotheksleiterin Heike Janssen (50) auf Anfrage der NWZ .

280 000 Euro kostet die Umstellung, die Stadtteilbibliotheken Flötenteich, Eversten, Ofenerdiek und Kreyenbrück sollen im Jahr 2015 folgen. Während der Schließung im Dezember hat die Stadtteilbibliothek Eversten zusätzlich freitags von 11 bis 13 und 14 bis 18 Uhr geöffnet. Alle Kunden, die Bücher im November ausleihen, bekommen ein Rückgabedatum im Januar. Zudem würden keine Gebühren für Leihfristüberschreitungen erhoben, wenn das Buch oder die DVD eigentlich im Dezember hätte zurückgegeben werden müssen. Der Dezember war mit 27 270 Ausleihen in 2012 der schwächste Monat. Im Januar gab es zum Vergleich 38 589.

Arbeitsplätze in den Bibliotheken sollen durch die Umstellung nicht eingespart werden, verspricht Janssen. Vielmehr solle die Arbeitskraft auf die Beratung (digitale Medien beispielsweise), den Ausbau der Leseförderung, die Schulung von Klassen und den Service gelenkt werden. Insgesamt gibt es 36 Mitarbeiter.

Zum Start am Donnerstag, 2. Januar, werden die Mitarbeiter bereitstehen, um die Besucherinnen und Besucher an den Automaten im Bedarfsfall einzuweisen. Während der Schließung ist die Bibliothek unter Tel. 235-30 21 während der üblichen Öffnungszeiten zu erreichen.

Die persönlichen Daten der Ausleiher werden nach der Rückgabe der Medien übrigens gelöscht – das ist auch heute schon so der Fall.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg