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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Landesbibliothek eröffnet Paul-Raabe-Archiv

11.04.2015

Oldenburg Die vertrauten Buchrücken in den Regalen weckten sofort Erinnerungen. „Zwischen Büchern und Papier geborgen – mit diesem Gefühl bin ich aufgewachsen“, sagte Katharina Raabe. Soeben hatte die 57-jährige Verlagslektorin das Archiv besichtigt, das die Landesbibliothek seit Freitag ihrem Vater widmet: dem in Oldenburg geborenen Bibliothekar Paul Raabe (1927–2013).

In ihrem Grußwort bedankte sich die älteste Tochter und Nachlassverwalterin des angesehenen Literaturwissenschaftlers für die „würdevolle und professionelle“ Gestaltung des Raumes oberhalb des Lesesaals. Auch ihre drei Geschwister waren bei dem „Familientreffen“ zur Archiv-Eröffnung anwesend. „Unser Vater wurde Bibliothekar, weil er Bücher liebte“, berichtete Katharina Raabe.

Rund 800 Eigenveröffentlichungen, 1400 Werke zum Expressionismus und sein gesamtes Arbeitsarchiv stehen ab jetzt der wissenschaftlichen Öffentlichkeit für Forschungszwecke zur Verfügung. Ihren Anfang nahm die Sammlung im Jahr 1946. Kurz nach Kriegsende begann der damals 19-jährige Raabe als Hilfskraft in der Landesbibliothek Oldenburg. „Er hat seine Arbeit von der Pike auf gelernt“, würdigte Direktorin Corinna Roeder das Lebenswerk. „Seinen Nachlass schenkte er der Bibliothek, in der er seinen Beruf und seine Berufung fand“, freute sie sich über die umfangreiche Sammlung, die Raabe der Einrichtung bereits im Jahr 2003 vermacht hatte.

Ohnehin blieb Raabe seiner Heimatstadt lebenslang verbunden, wie Oberbürgermeister Jürgen Krogmann betonte. Denn nicht nur die Literatur, auch die Menschen lagen dem Bibliothekar immer am Herzen.

„Paul Raabe legte großen Wert darauf, dass Bibliotheken nicht nur ideale Quellensammlungen darstellen, sondern Orte der Begegnung und des geistigen Austausches sind“, bemerkte Michael Knoche, Direktor der Weimarer Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek.

Künftig gibt es in dem neuen Archiv einen Ort mehr für diesen Zweck, stellte Katharina Raabe heraus: „Geborgen, aber nicht verborgen, geschützt, aber nicht verschlossen.“

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