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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Musik: Das Buch aller Stones-Bücher

04.11.2017

Bielefeld Wenn man wollte, man könnte wahrscheinlich die Straßen pflastern mit Büchern über die Rolling Stones. Die „härteste Band der Welt“ ist 55 Jahre nach ihrer Gründung eben weit mehr als nur ein musikalisches Phänomen. Soziologen, Musiktheoretiker, Historiker und Fans haben dafür gesorgt, dass es reicht mit den Stones zwischen Buchdeckeln.

Falsch, ganz falsch. Es fehlte einfach noch das Buch aller Stones-Bücher. Philippe Margotin und Jean-Michel Guesdon haben es nun mit „Rolling Stones – Alle Songs“ vorgelegt, ein 752 Seiten dicker Wälzer, der alle Fragen über Jagger, Richards und wechselnde Kollegen beantwortet. Nur eine Frage bleibt ausgespart: Muss das sein?

Im Delius Klasing Verlag erschienen

Das Buch „Rolling Stones – Alle Songs“ von Philippe Margotin und Jean-Michel Guesdon ist im Delius Klasing Verlag „Edition Delius“ (Bielefeld, 752 Seiten, mit 601 Fotos, 59,60 Euro) erschienen.

Nein, muss es nicht, aber „es ist eben Rock’n’Roll, und ich mag es“, wie Mick Jagger und Keith Richards schon Mitte der 1970er Jahre dichteten. Also hinein in die Entstehungsgeschichte jedes der (je nach Interpretation) 500 bis 650 Lieder der Rolling Stones, ihre instrumentale und textliche Ausstattung sowie jede Menge sinnloser, aber höchst amüsanter Faktenhuberei. Ja, die Autoren haben sich wirklich jeden Song vorgenommen, ihn analysiert und in einen Zusammenhang mit ihrer Zeit und ihrer Aussage gestellt. Ein Wühlen in einer unübersehbaren Masse von Quellenmaterial, Gerüchten und eigenen Hörerlebnissen, das zu einem 2,9 Kilogramm schweren Buch führte.

Wobei Gewichtsangaben nichts aussagen über die lesenswerte und optisch gefällige Aufmachung oder, wichtiger noch, über den Inhalt der Stones-Schwarte. Denn der ist tatsächlich spektakulär: Viel Unbekanntes wird erzählt von den Anfängen im Studio, wo die fünf Briten etwas ungelenk amerikanische Blues-Vorbilder zitierten. Es folgen, ebenso spannend, die Jahre der ersten eigenen Lieder (die Popballade „Tell Me“ stand am Beginn aller aufgenommenen Jagger/Richards-Songs) und die goldenen Jahre ihrer Produktivität (1965 bis 1974, von „Aftermath“ bis „It’s Only Rock’n‘Roll“), in denen sie als Komponisten und Musiker Höhepunkte erreichten. Und auch den bis heute anhaltenden Jahren des Superstar-Daseins wird jede Menge Platz eingeräumt.

Denn auf dem Pop-Thron, das beweist das Buch deutlich, haben es sich die Rolling Stones nie gemütlich gemacht. Vielmehr entwickelten sie ihren ganz besonderen Rock-Stil weiter, der sich eng am Blues orientiert und der 1965 in „The Last Time“ und dem unsterblichen „Satisfaction“ bereits seine frühen Ausformungen fand.

Das mögen keine neuen Erkenntnisse sein, doch indem der Schriftsteller und Sammler Margotin zusammen mit dem Musiker und Produzenten Guesdon (die auch schon die Beatles, Bob Dylan und andere seziert haben) ins kleinste Detail geht und jedem Song eine leicht lesbare Tiefenanalyse widmet, verändert er die Sicht auf die Rolling Stones komplett.

Das Großwerk „Rolling Stones – Alle Songs“ ist zwar vor allem etwas für Kenner der Band, aber auch Neugierige werden reichlich bedient. Man sollte das Buch nicht chronologisch studieren, sondern zunächst seine Lieblingssongs herauszupicken. Zu netten Tatsachen wie denen, dass „Ride On Baby“ sich nah an den „Kanon in D-Dur“ des Barockkomponisten Johann Pachelbel anlehnt oder dass mit Jamie Muhoberac der Sohn eines Mitglieds der originalen Elvis-Presley-Band die Orgel spielt auf „Out Of Control“, kommen die Leser dann von ganz allein.

Klaus Fricke
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