Cloppenburg - Kühl, distanziert und ein wenig aus der Zeit gefallen, wirken die zumeist großformatigen 14 Bilder des renommierten Leipziger Malers Christian Brandl, die bis zum 16. Oktober im Rahmen der Herbstausstellung „Draußen“ des Cloppenburger Kunstkreises in der Kunsthalle zu sehen sind.
Die dargestellten Personen mit ihren adretten Kostümen und perfekt sitzenden dunklen Anzügen – ganz im Dress-Code der 1960er Jahre – schauen ernst und lächeln nie. Fast wirken die Bilder wie Auszüge aus einem Thriller von Alfred Hitchcock. Trotz der scheinbaren Idylle liegt eine leise Spannung in den Bildern. Die Ausstellungsbesucher ließen sich sogleich davon gefangen nehmen.
Dr. Martin Feltes, Vorsitzender des Kunstkreises freute sich, neben dem Künstler Christian Brandl und dessen Frau Monika fast 100 Gäste bei der Ausstellungseröffnung am Sonntagvormittag begrüßen zu können. Er dankte dem Kulturforum Cloppenburg und der Oldenburgischen Landschaft, die mit ihrer finanziellen Unterstützung die Ausstellung möglich gemacht haben.
„Zwischen Einsamkeitsrhetorik, Konfliktbewältigungsstrategien und Gesellschaftsporträt bewegt sich Christian Brandl mit seinen Bildern quasi zwischen den Zeiten“, betonte Cornelia Nowak, Kuratorin des Angermuseums in Erfurt, bei ihrer Einführung in die Ausstellung. Zugleich gab sie einen kleinen Einblick in die Künstlerbiografie sowie in die Kunst- und Architekturgeschichte, die das Werk des Künstlers stark beeinflusst haben. Die Bilder mit ihrer reduzierten Farbpalette und dem ausdrucksstarken Licht- und Schattenspiel würden zu einer komplexen Betrachtung zwingen, betonte die Kunstexpertin. „Mit großer Präzision und einem Gespür für soziale Konstellationen zeichnet Christian Brandl das Bild einer Gesellschaft, in der Einsamkeit und Handlungsunsicherheit zu bedrückenden Fragestellungen veranlassen“, so Nowak. In den Bildern würde das Verhältnis des Menschen zur Gesellschaft, zur Natur und zu sich selbst hinterfragt, ohne Lösungen oder Handlungsanleitungen zu bieten, erklärte die Referentin. Sie riet, die Bilder zu verstehen, „als Einladung, die Welt und sich selbst mit der notwendigen Gelassenheit zu betrachten“.
