Bergedorf - Wenn die Bergedorfer Schützen feiern, dann platzt der Saal des Dorfkrugs aus allen Nähten und es wird getanzt bis in den Morgen – zumindest war das früher immer so, bis der Bergedorfer Krug 2005 geschlossen wurde. Am Freitagabend schafften es die Schützen aber, die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen: Mit mehr als 200 Gästen feierte der Verein sein 125-jähriges Bestehen und dafür hatte der Festausschuss den alten Saal wieder aufgemöbelt und geschmückt. Die Ausstellungsstücke, die in den vergangenen Jahren im Saal standen, wurden dafür an die Seite und in den Keller geräumt.
Neben den Vereinen des Schützenbundes sowie drei weiteren befreundeten Vereinen waren auch alle Bergedorfer eingeladen worden, das Jubiläum zu feiern. Detlef Kupner, Vorsitzender des Schützenvereins, freute sich sichtlich über die tolle Resonanz und blickte gewohnt launig auf die Vereinschronik zurück. „Bei uns finden Menschen aller Altersgruppen zusammen. Und diese vielgepriesene Geselligkeit wollen wir noch lange weiterführen“, kündigte er an.
Schützenbundpräsident Heino Brackhahn würdigte die sehr gute Jugendarbeit des Vereins. „Ihr bewahrt unsere Traditionen und bringt sie mit dem Sport zusammen. Und das hat Erfolg“, sagte er. Dass das Vereinsleben in großer Runde noch schöner sei, merkte auch die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler an. „Ist das nicht toll, wieder so im Gasthof zu sitzen, wie man es über Jahrzehnte gemacht hat?“, sagte sie, und wurde dafür mit tobendem Applaus bedacht.
Viel Applaus erhielten im Anschluss auch der Zauberer und Comedian Tim Jantzen, der mit überraschenden Tricks das Publikum verblüffte, sowie die Band Querbeat. Die Musiker spielten einen Mix aus Oldies und Rockklassikern und ließen damit noch einmal alte Zeiten Revue passieren – häufig waren sie im Bergedorfer Krug aufgetreten und probten dort auch. Und durch Schlagzeuger Dirk Brinkmann hat die Band ohnehin eine enge Verbindung zu Bergedorf, denn Brinkmann ist Schriftführer des Vereins.
Für viele war die Rede des 2. Vorsitzenden Walter Stöver Höhepunkt des Abend: Ganz spontan erzählte er Anekdoten aus seiner über 50-jährigen Vereinsmitgliedschaft und sorgte so dafür, dass viele Gäste Tränen lachten.
Gefeiert wurde dann natürlich auch noch – ganz nach Bergedorfer Tradition und so, wie es sich die Organisatoren gewünscht hatten.
