Es war wirklich ein großer Bahnhof in Neuscharrel für den Prälaten. Alles, was in der Region hier in der Kirche Rang und Namen hat, war zum großen Jubiläum von Alfons Bokern gekommen. Bokern ist – wie berichtet – seit 50 Jahren Priester. „Ranghöchste“ Würdenträger waren Bischof Matulaitis aus Litauen und Weihbischof Max Georg Freiherr von Twickel. Dechant Paul Horst gratulierte im Namen von Bischof Reinhard Lettmann aus Münster. Für Bokern habe Gott immer an erster Stelle gestanden, erst danach käme Neuscharrel, meinte er augenzwinkernd zur Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, Elisabeth Fuhler. Pfarrer Bokern sei ein Priester, der auf die Menschen zugegangen sei und sie auf den

Weg zu Gott geführt habe. Für die Stadt Friesoythe gratulierte Bürgermeister Johann Wimberg. Er betonte die gute Zusammenarbeit mit Bokern während seiner 35 Jahre in Friesoythe. Dr. Gerd Tepe von der Caritas, der Bokerns soziale Engagement würdigte, ließ den Vertrag von der „Aktion Mensch“ im Wert von 40 000 Euro, der die Beschäftigung von zwei Sozialarbeiten zur Bekämpfung von Jugendalkoholismus in Litauen ermöglicht, von Pfarrer Bokern, Dechant Paul Horst und Bischof Matulaitis unterzeichnen. Für alle Neuscharreler Vereine gratulierte Johannes Reiners mit einem Geldpräsent, für die evangelischen Christen überbrachte Pastor Uwe Löwensen die Glückwünsche. Und für die KAB, mit der Pfarrer Bokern die Litauenfahrten organisiert, gratulierte Vorsitzender

Johannes Grummel. Für die Familie gratulierte Bokerns Bruder, der zufrieden feststellte: „Alfons, wir sehen, dir geht es hier gut, die Leute mögen dich“. Alfons Bokern zeigte sich fast ungewohnt sprachlos und ergriffen über die vielen schönen Worte. Er dankte für den schönen Tag und sagte, er lebe gern in Neuscharrel. Fast wäre dem Prälaten zu seinem Jubiläum noch die Kirchenglocke in Neuscharrel abhanden gekommen. In einer dpa-Meldung hatte es geheißen, dass eine niederländische Gemeinde ihre lange vermisste Glocke in Neuscharrel wiedergefunden habe. Die Gläubigen jenseits der Grenze sollten in Neuscharrel fündig geworden sein. Die Glocke sei 1945 von den deutschen Besatzern ausgehängt worden, um sie zur Munitionsherstellung umzuschmelzen. Doch in den letzten Kriegstagen sei sie offenbar in die nach einem Brand wieder aufgebaute Kirche von Neuscharrel eingebaut worden. Der Pfarrer der Reformierten Gemeinde in Stadskanaal wolle über eine

Rückgabe sprechen, aber die guten Beziehungen zur deutschen Seite nicht belasten. Er sagte der Zeitung „Telegraaf”: „Wir haben ja eine Glocke, so ist es nicht, und ein Rücktransport kostet ja auch einiges. Aber es ist ein wichtiges Utensil, wie ein Taufbecken oder eine Kanzel, und die Deutschen müssen wissen, welche Gefühle damit verbunden sind.” Neuscharrels Kirchenprovisor Werner Fuhler sagte, dass die 1866 gebaute Neuscharreler Kirche zwar mit einer holländischen Glocke bestückt war, doch die sei beim Brand von 1899 zerstört und im Feuer geschmolzen worden. Die neue Neuscharreler Kirche verfüge über drei Glocken – und die seien in der westfälischen Stadt Gescher gegossen worden.

Neue Leiterin der Zweigstelle Petersdorf der Volksbank Bösel eG ist seit dem 16. Dezember Alexandra Grothaus aus Friesoythe. Sie übernimmt die Aufgabe von Klaus Tapken, der 15 Jahre lang Leiter war. Alexandra Grothaus ist für die Aufgabe bestens vorbereitet. Die junge Frau hat ein Studium zur Bankbetriebswirtin absolviert. Vorgänger Klaus Tapken wird künftig in der Hauptstelle der Volksbank Bösel als Kundenberater tätig sein und unterstützt die Prokuristen Josef Gröneweg und Stefan Awick auf dem Gebiet der Vermögensberatung. Die Vorstandsmitglieder Alfons Fennen und Andreas Frye wünschten Alexandra Grothaus ein gutes Gelingen in Petersdorf und Klaus Tapken einen guten Start in die neue Aufgabe als Vermögensberater.

An zahlreichen Wochenenden und Übungsabenden hat der Kammerchor Friesoythe geübt. Nun folgt die Premiere. Am Montag, 26. Dezember, gibt es um 20 Uhr in der Friesoyther St.-Marien-Kirche das traditionelle Weihnachtkonzert. Das Konzert bildet durch besinnliche, aber auch festlich fröhliche Musik einen würdigen Abschluss der Weihnachtsfeiertage. Der Chor wird europäische Chormusik aus fünf Jahrhunderten darbieten. Die Leitung hat Martin Kirchberg. Die Orgel wird in dem Weihnachtskonzert von Werner Haselier gespielt. Sarah Schnier singt gemeinsam mit Kerstin Kramer ein Duett aus dem Weihnachts-Oratorium von Bach.