Vechta - Weihbischof Heinrich Timmerevers hat sich am Sonnabend beim Neujahrsempfang in Vechta klar zur Zukunft der katholischen Krankenhäuser bekannt. Ebenso eindeutig stellte er sich hinter seinen Stellvertreter Prälat Peter Kossen, der sich in den vergangenen Monaten gegen die Ausbeutung von zumeist ausländischen Mitarbeitern in der Fleischindustrie und deren oft menschenunwürdige Unterbringung geäußert hatte.
„Als Kirche sehen wir uns in der Pflicht und werden uns auch entsprechend engagieren, wenn demnächst noch mehr Arbeitsmigranten aus Rumänien und Bulgarien kommen, und es gilt, immer wieder auf einen menschenwürdigen Umgang mit ihnen hinzuweisen“, sagte Timmerevers vor den rund 130 Gästen aus allen Teilen der Bevölkerung, die zu dem für alle offenen Neujahrsempfang gekommen waren. Wegen Bauarbeiten im Antoniushaus war der Empfang auf den Jugendhof des Bundes der katholischen Jugend (BDKJ) in Vechta verlegt worden.
Timmerevers appellierte an die Politik, sich jetzt in einer wahlkampffreien Zeit um ein tragfähiges Finanzierungskonzept für die Krankenhäuser zu kümmern. Er erinnere sich noch lebhaft an den Neujahrsempfang 2013, als ihm wegen der Krankenhauskrise eine Welle der Empörung entgegenschlug. Das Offizialat habe jedoch alle Kräfte zusammengenommen und „die virulenten Probleme der betroffenen katholischen Krankenhäuser angepackt“.
Timmerevers verwies auf die Tatsache, dass nicht nur kirchliche und private Krankenhäuser in Schwierigkeiten seien. Aufgrund der Rahmenbedingungen würden zwei Drittel aller Krankenhäuser in Niedersachsen 2013 rote Zahlen schreiben. Es sei auch nicht nachvollziehbar, warum kommunale Kliniken aus Steuermitteln subventioniert werden dürften, konfessionelle und private Krankenhäuser jedoch nicht.
Timmerevers fand auch kritische Worte für den Bischof Tebartz-van Elst und sprach vom „Limburger Skandal“: Transparenz, Bescheidenheit und eine stärkere Orientierung am Evangelium seien jetzt ein Gebot der Stunde.
