BLEXEN - BLEXEN - Auch wenn die meisten Schiffe keine Segel setzen konnten und das Wetter nicht so recht mitspielte – das Stelldichein der Windjammer auf der Unterweser gestern Nachmittag war wieder ein imposantes Schauspiel. Einige Tausend Besucher schauten sich das Spektakel vom Blexer Deich aus an. Auch auf dem „Weserfest“-Gelände und am Fähranleger waren Ferngläser und Kamera-Objektive auf die Schiffe gerichtet, die würdevoll im Strom stolzierten. Immer wieder ertönte ein Konzert aus Dutzenden von Nebelhörnern auf der Unterweser. Und von einem Schiff trug der Wind Dixieland-Musik ans westliche Flussufer. Da kam trotz des regnerischen Wetters auch in Blexen Sail-Atmosphäre auf.
Es waren deutlich weniger Besucher in Blexen unterwegs als bei der Sail vor fünf Jahren. Hauptgrund war sicherlich der Regen, der erst kurz vor Beginn der Windjammer-Parade eine Pause einlegte. Die Nummernschilder der parkenden Autos verrieten, dass Gäste aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland nach Blexen gekommen waren. Mit Regenschirmen und teilweise mit Gummistiefeln ausgerüstet, erklommen sie den Deich. Einer von ihnen war Thomas Ostendorf aus Lülsdorf bei Köln, der gemeinsam mit seiner Frau und seinen vier Kindern Urlaub in Varel macht. Seinen Aufenthalt hat er extra wegen der Sail um einige Tage verlängert. Die Kinder schützten sich in einer Strandmuschel vor dem Regen. Die Stimmung in der Familie war trotz nasser Füße hervorragend. Auch bei dem dreijährigen Lennart, der unbedingt einmal ein Piratenschiff sehen wollte. Obwohl der Junge vergeblich nach der Totenkopf-Flagge Ausschau hielt, war er vom Anblick der prächtigen Segelschiffe begeistert.
Das Gleiche gilt für Kay von Pottkamer aus Bremen, der sich schon zur Mittagszeit einen erstklassigen Platz gesichert hatte. „Dass man sich mit Schiffen auskennt, gehörte früher zum guten Ton“, sagte der Bremer, der ein wenig wehmütig an die Zeit zurückdenkt, als in der Hansestadt noch viele große Schiffe vom Stapel gelaufen sind.
Die beste Aussicht auf die Windjammer hatte Horst Rix. Der ehemalige Verkehrsvereins-Vorsitzende moderierte, auf einem Podest sitzend, die Parade, und zu jedem Schiff konnte er den Besuchern einige interessante Details erzählen.
Viel besser als gestern war das Wetter am Sonnabend, als der Bremerhavener Nachthimmel beim Feuerwerk erstrahlte. Schillernde Raketen schraubten sich über der beleuchteten Skyline in die Höhe. Und von Blexen aus bestaunten mehrere Hundert Besucher das Spektakel.
