Oldenburg - Alles fängt an mit einem toten Hund, durchbohrt von einer Mistgabel. Der Verdacht fällt auf den 15-jährigen Christopher Boone. Die Polizei stellt ihm viele Fragen, zu viele. Christophers Verstand arbeitet zwar präzise wie eine Maschine, wenn es um Zahlen oder das Universum geht. Aber zu viele Informationen auf einmal, zu viele Farben oder zu viele Menschen sind Störfaktoren im Getriebe. Auch Metaphern wie zum Beispiel „Tomaten auf den Augen haben“ lassen den Jungen kurzerhand durchdrehen. Denn Christopher ist Asperger-Autist. Dabei handelt es sich um eine leichte Form des Autismus, die man ebenso gut als Inselbegabung bezeichnen könnte.

Wie Christopher versucht, den Mord am Pudel aufzuklären und dabei nicht nur den Mörder findet, sondern auch sich selbst und noch ein großes Familiengeheimnis aufdeckt, davon erzählt „Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone“. Als Roman erschien die Geschichte 2003 von Mark Haddon. Simon Stephens baute daraus ein Schauspiel, das 2012 in London erfolgreich Premiere feierte. In seiner deutschen Übersetzung wird das Stück jetzt im Kleinen Haus aufgeführt.

„Supergute Tage“ sei eine berührende Heldengeschichte, ein spannender Krimi und ein trauriges Familiendrama zugleich, beschreibt Dramaturgin Daphne Ebner. Als Bühnenbild dient ein goldenes Wasserrad, bei dem sich alles um Christophers Begeisterung für Technik dreht. Detaillierte Funktionsweisen können beispielsweise mittels einer Lupe riesig wirken. Der Zuschauer soll so einen Eindruck davon bekommen, wie der Junge die Welt sieht. Die Idee für das Rad haben Regisseurin Jana Milena Polasek und die Bühnenbildnerin Stefanie Grau gemeinsam entwickelt.

Die Rolle des Christopher ist mit Franziska Werner besetzt. „Wir haben eine Frau ausgewählt, um eine künstliche Erhöhung zu schaffen“, begründet Daphne Ebner: „Also Distanz, um sich besser in Christopher einzufühlen.“ Als Antagonist tritt Klaas Schramm auf, der sämtliche Figuren verkörpert, die es dem Protagonisten schwer machen. Thomas Birklein und Nientje Schwabe treten als Eltern auf, Magdalena Höfner spielt Nachbarinnen und Psychologin. Das Schauspiel ist zwar kein Jugendstück. Es sei aber durchaus für junge Menschen ab 14 Jahren geeignet, sagt die Dramaturgin.