BLOHERFELDE - Die polnische Künstlerin wird in der Stadt wohnen. Kunst will sie nicht als Resultat, sondern als Handlung vermitteln.
von sabine schicke
BLOHERFELDE - Gäste gern gesehen: Wenn die Kunstschule Klex auswärtige Künstler nach Oldenburg einlädt, kann sie ihnen nun eine Wohnung in Bloherfelde anbieten. Als erste Künstlerin wird dort die 36-jährige Anna Zosik einziehen, eine in Polen geborene Künstlerin, die in Berlin lebt. Zur Verfügung gestellt wurde die Wohnung von der GSG, eingerichtet hat sie die Firma MACO. Die Geschäftsführer beider Unternehmen Stefan Könner (GSG) und Rolf Rabe (MACO) stellten das Projekt jetzt gemeinsam mit Deliane Rohlfs, Geschäftsführerin der Kunstschule Klex (Kunst, Labor&Experimente) vor.Klex will künftig stärker als bislang mit Gastkünstlern zusammenarbeiten. Die Kunstschule beteiligt sich damit an einem Projekt des Landesverbands der Kunstschulen in Hannover, das von der Oldenburger Wissenschaftlerin Professorin Carmen Mörsch begleitet wird. Unter dem Titel „Schnittstelle Kunst – Vermittlung“ stehen Positionen, Methoden und Vermittlungsformen zeitgenössischer Kunst im Mittelpunkt: Dabei geht es weniger um Resultate, so heißt es im Konzept, sondern vor allem um Bildung und Kunst als Handlungsform, die im Prozess erfahrbar sind.
Professorin Carmen Mörsch hat der Kunstschule Klex für diesen Bereich Anna Zosik empfohlen. Sie wird entsprechende Projekte für die Kunstschule entwickeln und umsetzen. Geplant ist auch ein öffentlicher Vortrag am 5. Juli in der Kunstschule, in dem Anna Zosik ihr Projekt vorstellt.
Die Künstlerin hat 1994 an der Hochschule der Künste in Breslau ihr Studium im Fachbereich Bildende Kunst als Meisterschülerin abgeschlossen, anschließend bekam sie vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ein Stipendium für die Universität der Künste in Berlin, wo sie anschließend von 1996 bis 1999 als Meisterschülerin studierte und nach ihrem Abschluss am Institut für Kunst im Kontext ihre Kenntnisse erweiterte.
Seither hat Anna Zosik u.a. in Berlin, Cottbus und Taipeh ausgestellt, hielt Vorträge in New York und lebte auf Einladung auf dem internationalen Künstlerinnenhof „die Höge“ (Artist in Residence) in Bassum. Sie leitete auch bereits mehrtägige Seminare für das Museum Weserburg in Bremen und war Dozentin an der Sommerakademie der Fachhochschule Ottersberg.
