BLOHERFELDE - Die Idee lag für Renate Pfaffenberger auf der Hand. „Es wird so viel über Migranten geschrieben“, sagt die Vorsitzende von „Wir für uns“, dem Bewohner- und Bewohnerinnenverein Kennedyviertel. „Aber sie kommen selten selber zu Wort.“ Mit einem Buch will der Verein das jetzt ändern.

In „Willkommen in Deutschland? Migranten berichten“ erzählen Frauen und Männer aus den verschiedensten Nationen über ihr Leben in Oldenburg.

Von Ende August bis Dezember interviewte Pfaffenberger 15 Migranten, überwiegend aus Bloherfelde. „Anonymisiert, damit wir auch eine Ehrlichkeit haben“, so die Pädagogin. „Ich war angenehm überrascht über die hohe Bereitschaft“, freut sie sich zudem über die hohe Zahl an Interviewpartnern.

Das Ergebnis ihrer Arbeit ist ein 128 Seiten starkes Buch mit einem Vorwort von Oberbürgermeister Gerd Schwandner.

Unterstützt wurde Pfaffenberger dabei von Birte Rosendahl, der stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins „Wir für uns“.

„Warum kamen die Migranten nach Deutschland, warum nach Oldenburg? Was waren ihre ersten Eindrücke? Wie ist es mit Behörden und Ämtern? Welche Tipps hat man für andere Migranten?“ nennt Pfaffenberger einige Punkte, um die sich die Gespräche drehten.

„Was herausstach, war, dass alle durchweg keine schlechten Erfahrungen mit Behörden und Ämtern gemacht haben“, kann Pfaffenberger berichten. „Eine Frau hat sich sogar bedankt. Mir wurde klar, dass viele Sachen, die für uns selbstverständlich sind, eigentlich nicht selbstverständlich sind.“

Öffentlich vorgestellt wird das Buch am Dienstag, 2. Februar, ab 19.30 Uhr im Kulturzentrum PFL. Der Schauspieler Rene Schack vom Staatstheater Oldenburg liest Auszüge. Die Integrationsbeauftragte der Stadt, Ayça Polat, wird ein Grußwort sprechen.

Finanziert wurde das Projekt mit dem Erlös, den der Verein im vergangenen Jahr aus der Stadttombola erhielt. Außerdem unterstützt der Oldenburger Isensee Verlag.