Düsseldorf - Der Schaden in der Affäre um den wegen Betrugsverdachts inhaftierten Kunstberater Helge Achenbach könnte nach Informationen des „Handelsblatts“ weitaus größer sein als bisher bekannt. Der Haftbefehl des Amtsgerichts Essen gegen den 62-Jährigen stütze sich auf eine vermutete Schadenssumme von 60 Millionen Euro, berichtete die Zeitung am Mittwoch. Allein die Schadensbilanz der Aldi-Erbenfamilie Albrecht und des Pharma-Unternehmers Christian Boehringer liege bei mehr als 31 Millionen Euro.

Ihnen soll Achenbach gefälschte Rechnungen mit verdeckten Preisaufschlägen ausgestellt haben. Strafanzeige hatte die Witwe Albrechts gestellt. Die Familie Achenbachs hat die Betrugsvorwürfe zurückgewiesen.

Ob es weitere Geschädigte gibt, ist unklar. Die Essener Oberstaatsanwältin Anette Milk sagte am Mittwoch, dafür gebe es derzeit „keine konkreten tatsächlichen Anknüpfungspunkte“. Die Behörde sei darauf angewiesen, dass sich Geschädigte meldeten oder dass die Ermittler bei der Sichtung der Unterlagen „Zufallsfunde“ machten: „Das ist noch nicht abgeschlossen“. Festgenommen worden war der bestens vernetzte Achenbach kurz nach Pfingsten – nach seiner Rückkehr aus Brasilien, wo er das WM-Quartier der Deutschen mit Kunst gefüllt hatte. Seither blühen die Spekulationen.