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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Sari Schorr – Blues-Himmel um einen Stern reicher

13.08.2016

New York /Hamburg Der Sommer 2016 ist gut geeignet für eine Karriere in Sachen Blues und Rock. Denn neben den üblichen Hip-Hoppern und Rappern tummeln sich auch „richtige“ Bands wie Red Hot Chili Peppers, In Extremo oder Blink-182 in den Hitlisten. Die Zeit ist also ideal für Sari Schorr und ihre Art, Musik zu machen. Sari wer?

Geht es nach den Experten, dann wird sich diese Frage in Kürze erledigt haben. Sari Beth Schorr, Mittvierzigerin aus New York, gilt vielen als neuer Stern am Blues-Himmel. Was einiges bedeutet, schließlich hängen dort Gesangsstars wie Beth Hart, Dana Fuchs, Lisa Lystam oder Nina Attal. Sie und andere verkörpern eine Stilrichtung, die derzeit als „Junge Damen singen den Blues“ firmiert.

Zwei Konzerte

Die CD „A Force of Nature“ (Manhaton Records) von Sari Schorr & The Engine Room erscheint am 2. September. Die US-Sängerin stellt ihr Debütalbum zurzeit in Konzerten in Großbritannien, Spanien und Frankreich vor.

Im Frühjahr 2017 kommt Sari Schorr nach Deutschland. Zwei Termine im Nordwesten stehen fest: 19. April im Downtown Blues Club in Hamburg sowie am 12. Mai in der Alten Schule Stotel (bei Bremerhaven).

Infos:

Infos:www.sarischorr.com

Und nun ist da auch Sari Schorr, der das englische Fachblatt „Blues Matters“ im Juli die Titelgeschichte „Vom Niemand zum Jemand“ widmete. Ein passendes Wortspiel, denn die Sängerin, deren großartige Stimme in Ausdruck und Gefühl sehr an Janis Joplin erinnert, werkelte bisher im Verborgenen.

Aufgewachsen mit der Musik ihrer Idole Ray Charles, Aretha Franklin und Otis Redding, galt ihre Passion dem Blues, Soul und Jazz. Und mit dieser Musik trat sie als unbekannte Solistin mit unbekannten Bands in berühmten Clubs wie dem New Yorker CBGB auf.

Das brachte lokalen Ruhm, aber Sari Schorr wollte mehr. Die Chance dazu ergriff sie im Januar 2015: Ganz mutig sprach sie bei einer Preisverleihung in Memphis/Tennessee den legendären Produzenten Mike Vernon (David Bowie, Fleetwood Mac, John Mayall und andere) an – und der war begeistert: „Unglaublich, diese Präsenz! Sie erinnerte mich an Martha Velez, mit der ich zwei tolle Alben produziert hatte.“

Es begann eine stetig enger werdende Zusammenarbeit, an deren Ende Vernon (72) sich entschied, seinen Ruhestand zu unterbrechen: „Ich nahm mein Herz, meine Seele und meine Erfahrung, um mit dieser Sängerin, die viel zu lange übersehen worden ist, eine CD produzieren.“

Auch finanziell engagierte sich Vernon in die „neue große Mitspielerin in der Blues-Szene“ (so das Edinburgh Jazz Festival 2016).

Das Album „A Taste of Nature“ zeigt, wie vielseitig ein modern begriffener Blues ist. „Mike Vernon ist das größte Glück meiner Karriere“, meint Schorr. „Sein geniales Können erst hat uns dazu inspiriert, furchtlos an die Songs heranzugehen und sie in der besten Art und Weise darzubieten.“ Begleitet von ihrer Band The Engine Room um den brillanten englischen Gitarristen Innes Sibun, interpretiert sie eigenes Material, das rockig daherkommt, oft auch gefühlvoll. Zudem interpretiert sie gekonnt bekannte Lieder von Diana Ross und Lead Belly.

Dass ihre späte Debüt-CD rechtzeitig kommt zum Boom der „jungen Damen im Blues“, weiß Sari Schorr. „Ich denke, immer mehr Leute suchen heute wieder nach Musik mit Substanz. Ich selbst verspüre eine besondere Verbindung zum Blues, weil er pur ist und ehrlich.“

Dass gerade Frauen diesen Stil neu für sich entdecken, ist für Schorr, die auf der Bühne explodiert und privat eher in­trovertiert ist, keine Überraschung: „Frauen haben immer eine wichtige Rolle gespielt in der Entwicklung des Blues. Man denke nur an den Beginn in den 1920er Jahren mit Bessie Smith, Ma Rainey und Mamie Smith.“

Janis Joplin oder Bessie Smith – die Latte, an der sich Sari Schorr messen lässt, hängt hoch. Doch die Frau mit der kraftvollen Stimme nimmt’s gelassen: „Meine Großmutter Bertha wollte Sängerin werden und durfte es nicht. Ich darf es und tue dies in Erinnerung an sie.“

Klaus Fricke

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