Hude - Da bekommt der bayerische Ausruf „O’zapft is“ eine völlig neue Bedeutung: Die aktuelle Blutspendeaktion des Roten Kreuzes im Kulturhof in Hude steht ganz im Zeichen des Oktoberfestes. Am Montag wurden bereits die ersten Blutspender in Empfang genommen. Wer Montag keine Zeit hatte, kann auch noch an diesem Dienstag, 29. September, zwischen 15 und 20 Uhr in den Kulturhof kommen.

Neben bayerischer Dekoration im Kulturhof schlägt sich das Thema vor allem im Speiseangebot nieder: Da gibt es neben Weißwurst und Brezeln auch ein frisches Weißbier. Alkoholfrei, versteht sich. Sonst wundert sich womöglich der Empfänger einer Bluttransfusion über plötzlich auftretende Trunkenheitssymptome.

Auch nach der Blutspende sollte man auf Alkohol verzichten. „Weil dem Körper Blut fehlt, wirkt der Alkohol viel schneller und stärker“, erklärt Oliver Grund-Blanken vom Blutspende-Team. Gezapft wird im Kulturhof tatsächlich nur Blut. Das Bier kommt aus der Flasche. Essen und Trinken sind übrigens während der Spende Tabu: Falls ein Blutspender kollabiert und das Bewusstsein verliert, soll ihm die Weißwurst auf keinen Fall in die Luftröhre rutschen.

Abseits von Bier und Brezeln hält sich die Oktoberfeststimmung aber in Grenzen. Bayerische Blasmusik ist keine zu hören und „wir tragen auch keine Dirndl und Lederhosen“, erklärt Monika Schreiber, Leiterin der Blutspende-Aktion beim DRK-Ortsverein.

Die Oktoberfestgaudi bei der Blutspende ist schon so etwas wie eine Tradition. Seit 2011 gibt es sie. „Wir haben auch schon Umfragen gemacht, ob wir nicht auch einmal etwas mit Äpfeln und Kürbissen machen sollen, aber die meisten Spender haben sich für das Bayerische ausgesprochen“, sagt Schreiber. Trotzdem gebe es neben diversen anderen Alternativen auch eine vegetarische Kürbissuppe.

Schließlich hat nicht jeder etwas von der süddeutschen Kost. Ali Özkaya etwa kann aus religiösen Gründen bei der Weißwurst nicht zulangen – dennoch hat er nichts als Lob für die Organisatoren übrig: „Das DRK achtet sehr auf die Essenskultur und trennt da auch gut. Als der Anteil der türkischen Blutspender gestiegen ist, haben die sich hier darauf eingestellt.“

Auch Erwin Römer kommt gerne wieder: „Das ist super. Einhundertprozentig.“ Der 69-Jährige ist ein bekanntes Gesicht bei der Blutspende. Thrombozyt- und Blutspenden zusammen genommen kommt er auf die stolze Summe von 175 Spenden. Irgendwann mit Mitte 20 habe er damit angefangen. Da hat ihn mal jemand mitgenommen.

„Für mich ist das eine Selbstverständlichkeit. So lange man sich fit fühlt und das Blut in Ordnung ist, wieso sollte man dann nicht Spenden?“, fragt Römer. „Blut wird immer gebraucht.“