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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Museum will Bergbau neu erklären

12.07.2019

Bochum Smartphones, Glühbirnen und Kaffeetassen - diese und viele andere Alltagsgegenstände haben eines gemeinsam: Sie werden mit Rohstoffen hergestellt, die der Bergbau zu Tage fördert. Wie aus dem Millionen Jahre alten Stein ein Teil eines Smartphone wird, können Besucher vom kommenden Wochenende an im Deutschen Bergbau-Museum in Bochum erfahren. „Bodenschätze“ heißt dieser eine von zwei neu eröffneten Teilen der Dauerausstellung, in die das Museum am Montag einen Einblick gewährte.

Das Museum, das nächstes Jahr 90 Jahre alt wird, hatte in den vergangenen drei Jahren sein Ausstellungskonzept auf den Kopf gestellt. Die alte Ausstellung habe sich an Menschen mit Vorwissen und einer emotionalen Verbindung zum Bergbau gerichtet, sagte Museumsdirektor Stefan Brüggerhoff. Nach dem Schluss des aktiven Steinkohlebergbaus in Deutschland Ende 2018 kämen nun immer mehr Menschen ohne Bergbauwissen in das Museum. Bergbau müsse anders erklärt werden.

Aus 350 000 Exponaten pickten die Kuratoren 3000 für die Dauerausstellung. Anfang des Jahres wurden die ersten beiden Rundgänge „Steinkohle“ und „Bergbau“ eröffnet. 17 Millionen Euro kostete der Umbau. Weitere 17 Millionen kostete der Bau der neuen beiden Abschnitte. 1 bis 1,5 Stunden veranschlagt das Museum pro Rundgang. Dazu kommt noch das Anschauungsbergwerk – ein weiterer Teil des Museums.

Der Bodenschätze-Rundgang startet dabei quasi am Mittelpunkt der Erde. Zwischen mehreren Videoleinwänden und Gesteinsexponaten wird das Schulwissen der Besucher über Vulkane und Geologie aufgefrischt. So erfährt auch der Laie, was der Bergmann in seinem Beruf über Steine wissen musste.

Ein an die Wand montiertes Modell eines Tagebaus gewährt einen Blick von oben auf das gewaltige Areal eines Braunkohle-Abbaugebietes. „Suchen“, „Finden“, „Nutzen“ und „Und dann?“ steht auf einer daneben hängenden Tafel. Das Bergbau-Museum zeigt Groß und Klein die gesamte Kette in der Rohstoffförderung.

Danach wird Hand anlegt: An einem Automaten zieht der Besucher eine Karte. Sie enthält Informationen über einen Alltagsgegenstand. Was für ein Gegenstand das ist, erfährt man aber erst am Ende. Von Station zu Station erfährt der Besucher, aus welchen Rohstoffen der Gegenstand besteht. Am Ende wird das Geheimnis der Karte gelüftet und man lernt, welche Rohstoffe etwa benötigt werden, um beispielsweise ein Bügeleisen herzustellen.

Das Bergbau-Museum, das als weltweit größtes seiner Art gilt, ist zugleich ein Forschungsmuseum für Georessourcen der Leibniz-Gemeinschaft. Diese Rolle als Forschungseinrichtung soll mit der Ausstellung stärker in den Vordergrund rücken.

Eine Etage tiefer wird es kreativ: Bergbau und Kunst. Gemälde und Skulpturen etwa von der Ordensfrau und Künstlerin Tisa von der Schulenburg (1903–2001) zeigen den Bergmannsalltag. In den Themenbereichen Körper, Arbeit und Wagnis zeigt sich, wie die Kunst den zuweilen körperlich geschundenen Bergmannskörper dargestellt. Es gibt Szenen aus Pausen und dem Feierabend.

Besonders stolz ist Direktor Brüggerhoff auf den am höchsten versicherten Teil der Ausstellung: Das Bergbau-Porzellan. Mit Kaolin aus dem sächsischen Erzgebirge gelang es Anfang des 18. Jahrhunderts in Deutschland, das „weiße Gold“ Porzellan herzustellen.

Ein 13-teiliger Tafelaufsatz aus dem 18. Jahrhundert zeigt zum Beispiel mit verschiedenen Szenen die Alltagswelt der Bergarbeiter. Gefertigt wurde die mächtige Tisch-Deko natürlich im für sein Porzellan weltbekannten Meissen. Das nötige Kaolin förderten die Bergleute. So fanden sie in Bergbaumotiven auf Tassen und Tellern auch ihren Platz in der Porzellankunst.

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