Herr Appelt, haben Sie schon einmal etwas von Rastede gehört?
Ingo AppeltNatürlich ist mir die Gemeinde Rastede schon zu Ohren gekommen. Ich habe ja schon einige Auftritte in der Region hinter mir, da tauchte der Name Rastede immer wieder auf. Im Ort selbst war ich allerdings noch nie – aber ich beurteile Orte auch nicht nach ihren Äußerlichkeiten. Die Leute stehen im Vordergrund und die sehe ich ja bei meinem Auftritt hier – denn die Atmosphäre ist in jeder Gemeinde anders. In meinem Kopf habe ich eher eine Stimmungskarte, keine Landkarte.
Ihr neues Programm nennen Sie auch „Männer-Verbesserungs-Comedy“. Was muss man Ihrer Meinung nach alles an Männern verbessern?
AppeltAlles, einfach alles. Erstmal muss man den Männern klar machen, dass sie überhaupt verbesserbar sind. Hat man diesen ersten Schritt getan, muss man die Bestie aus Ihnen austreiben, denn mehr als die Hälfte aller Männer sind unglücklich und depressiv. Und das macht sie oft größenwahnsinnig. Trump oder Putin liefern uns dafür die besten Beispiele. Diese Staatschefs stehen für dieses testosteronbeladene Monster, das immer nur an Krieg, Hass und unauslöschbaren Ehrgeiz denkt. Solche Männer braucht keiner, und genau das will ich den Zuschauern zeigen.
Aber gibt es dann überhaupt noch nette und ruhige Männer?
AppeltJa, mich natürlich. Ich bin keine tickende Zeitbombe. Ein paar von diesen Männern gibt es da draußen auch noch, doch sie werden immer weniger und entwickeln sich zu diesen depressiven Fanatikern.
Und wie schaffen Sie es, nicht eines von diesen „Monstern“ zu werden?
AppeltIch brauch keinen Ehrgeiz und keine Schwarz-Weiß-Zeichnung. Ich bin nicht verbissen und zeige keinen großen Kampfeswillen. Deswegen hasse ich auch Sport, denn das ist immer Kampf und Krieg. Ich schaue liebe Frauenfußball – das ist entspannter. Aber ich mag Schalke und Dortmund. Ich gehe zu Dieter Nuhr und zu Mario Barth.
Okay, aber sie selber sind doch in der Comedy-Landschaft eher als Rüpel bekannt, oder nicht?
AppeltJa schon, weil ich glaube, nur damit kann man noch jemanden von diesen Männern erreichen. Trotzdem hat sich meine Zielsetzung in den letzten Jahren auch verändert. Ich bin auch manchmal nett, um jemandem etwas beizubringen.
