BöSEL - Gitta Franken aus Norden erhält zum zweiten Mal den Borsla-Preis. Die vierköpfige Jury hat sich einstimmig für das Hörspiel „En Müür“ der Autorin entschieden.

In ihrem Hörspiel gestaltet Gitta Franken das Gespräch einer jungen Frau mit einem Telefonseelsorger. Die Frau hat ihren Mann verloren und auf seiner Beerdigung als Zeichen ihrer Liebe ein rotes anstelle eines schwarzen Kleides getragen. Ihr Umfeld reagiert mit Unverständnis und straft die Witwe mit Ausgrenzung und Nichtbeachtung. Sie reagiert ebenso und grenzt die Gesellschaft aus, indem sie niemanden mehr an sich heranlässt. In dem Hörspiel geht es um Selbst- und um Fremddeutung. Der Seelsorger versucht nun, die Witwe wieder in die Gesellschaft zurückzuführen. Mit ihrem Hörspiel zeigt Gitta Francken, dass die Plattdeutsche Sprache nicht nur humorvolle Themen transportieren kann, sondern sich ebenso schwerem Stoff transportieren kann.

In der Jury saßen Oberstudienrat Erhard Brüchert aus Oldenburg, Universitätsprofessor Dr. Hermann Gelhaus aus Bösel, Amtsrat Günter Kühn aus Oldenburg sowie Professor Dr. Eberhard Ockel aus Vechta.

Ockel wird bei der Preisverleihung auch die Laudatio auf die Autorin halten, erklärten am Freitag Dr. Josef Willer, Vorsitzender der Borsla Vereinigung und Borsla-Mitglied Franz Schwalm bei der Bekanntgabe der Gewinnerin. Überreicht wird ihr der mit 2000 Euro dotierte Preis bei der Borsla-Verleihung am Sonnabend, 12. November, ab 19 Uhr im Heimathaus in Bösel. Gitta Franken wurde 1959 in Hage geboren und lebt heute in Südbrookmerland. Sie ist Erzieherin und hat in verschiedenen Bereichen als Erzieherin und als Kindergartenleiterin gearbeitet. Sie engagiert sich besonders dafür, im Kindergarten Plattdeutsch zu vermitteln.

Gitta Francken betätigt sich als plattdeutsche Liedermacherin und gibt mit ihrer Musikgruppe Dreebladd Konzerte. Sie ist Mitglied im Arbeitskreis Ostfriesischer Autorinnen und Autoren und im Vereen Oostfreeske Taal und sie war im Verdener Arbeitskreis Niederdeutscher Theaterautoren Mitglied.

Anja Biewald
Anja Biewald Redaktion Oldenburg