BöSEL - Gitta Franken aus Südbrookmerland heißt die Borsla-Preisträgerin 2011. Schon einmal – 2005 gemeinsam mit ihrem Ehemann Udo – wurde sie mit diesem Preis ausgezeichnet. Zum Festakt zur Preisverleihung im „Heimathuus in Bäösel um klock säben“ am Sonnabend konnte der erste Vorsitzende der Borsla-Vereinigung, Dr. Josef Willer, viele Gäste begrüßen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte an diesem Abend mit plattdeutschen Liedern die Gruppe Stoppelwind aus Lohne.
„Was in Oldenburg das Staatstheater, ist in Bösel das Heimathaus und die Borsla Vereinigung für niederdeutsche Literatur und Sprache“, betonte Landtagsabgeordneter Karl-Heinz Bley (CDU) in seinem Grußwort. Die plattdeutsche Sprache sei eine wichtige Säule der Kultur. In den letzten Jahren habe man viele Fortschritte mit der plattdeutschen Sprache gemacht, sagte der stellvertretende Landrat Hartmut Frerichs. Der Stellenwert des Borsla-Preises sei in ganz Norddeutschland sehr groß.
„Ein Allroundtalent“
Gitte Franken wurde der Borsla-Preis für das Hörspiel „En Müür“ verliehen. „Einstimmig hat sich die Jury dafür entschieden“, sagte Professor Dr. Eberhard Ockel aus Vechta, der gemeinsam mit Erhard Brüchert (Oldenburg), Professor Dr. Hermann Gelhaus (Bösel) und Günter Kühn (Oldenburg) der Jury angehört. Gitta Franken sei ein „Allroundtalent“, so Professor Ockel, der seine Laudatio in Gesangsform vortrug. Mit ihr habe man eine würdige Preisträgerin. In ihrem Hörspiel modelliere sie ein Gespräch einer jungen Witwe mit einem Telefonseelsorger, stellte er das Werk vor. Die Witwe habe auf der Beerdigung ihres Mannes gegen die gesellschaftlichen Konventionen verstoßen, indem sie nicht in Trauerkleidung daran teilgenommen hatte, sondern in einem roten Kleid – wie ihr Mann es sich gewünscht habe. Die Gesellschaft toleriert dies nicht, sie bestraft sie mit Unverständnis und Rüge. Schließlich wird die Frau isoliert. Mit dieser Sorge wendet sie sich an den Telefonseelsorger.
Wiederholungs-Gewinnerin
„Ich freue mich über diesen Preis“, bedankte sich die Preisträgerin. Sie sei stolz darauf, ein zweites Mal diesen Preis zu erhalten. „Das motiviert mich, weiter zu machen.“
„Es ist wichtig, dass es Veranstaltungen wie in Bösel gibt, damit die plattdeutsche Sprache erhalten bleibt“, sagte Landtagsabgeordnete Renate Geuter (SPD) in ihrer humorvollen Festansprache. Auch im Landtag setze man sich für die plattdeutsche Sprache ein. „Plattdeutsch ist in, auf Platt kann man vieles sagen, was man auf Hochdeutsch nicht kann“, so die Landtagsabgeordnete. Der Borsla-Preis wurde in diesem Jahr von der Volksbank Bösel gestiftet. Den Preis über 2000 Euro überreichten Borsla-Vorsitzender Dr. Josef Willer sowie die Bankleiter Stefan Awick und Andreas Frye.
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