BöSEL - Die Friedhofskapelle auf dem katholischen Friedhof in Bösel soll erweitert und saniert werden. Außerdem will die Kirchengemeinde ein neues Betriebsgebäude auf dem Friedhofsgelände bauen. 480 000 Euro sollen beide Maßnahmen zusammen kosten. Wie die künftige Friedhofskapelle aussehen könnte, stellte am Mittwochabend Kirchenprovisor Aloys Gelhaus in einer Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur, Sport und Familie der Gemeinde Bösel vor. Der Hintergrund: Die St.-Cäcilia-Gemeinde hatte an die Gemeinde einen Antrag auf Gewährung eines Zuschusses an die Gemeinde Bösel gestellt.
Nach eingehender Diskussion stimmten die Ausschussmitglieder für den Beschlussvorschlag an den Rat, das Bauvorhaben zu unterstützen – höchstens aber mit einer Summe in Höhe von 160 000 Euro und nur, wenn die Bauplanung hinsichtlich möglicher Einsparpotenziale nochmals überprüft werde.
Laut Planung soll die Kapelle von derzeit 45 Sitzplätzen auf 112 Plätze erweitert werden. Anstelle der bisher drei Kühlkammern soll der neue Bau über vier verfügen. Dazu kommen Toiletten und verschiedene Nebenräume. Aloys Gelhaus führte aus, dass in der Friedhofskapelle dann auch kleinere Beerdigungen und Rosenkranzgebete stattfinden könnten. Der Bau soll laut Planung über eine große Glasfront verfügen. Doch gerade die stieß bei den Fraktionen nur auf wenig Gegenliebe. Bürgermeister Hermann Block bemerkte, dass es in der Kapelle wegen der Einsehbarkeit nicht möglich sei, in Ruhe zu trauern: „So viel Glas ist Geschmackssache.“ Thomas Butz (CDU) interessierte sich dafür, ob die Glasfront im Vergleich zu Stein teurer sei – was Frank von Garrel, vom Bündnis Bösel und von Beruf Architekt, bestätigte.
Die Ausschussvorsitzende Christa Runden sorgte sich darum, dass es in der Kapelle im Sommer heiß werden könnte, da die Glasfront gen Süden geht.
Die Erweiterung von drei auf vier Kühlkammern sei notwendig, erläuterte unterdessen Aloys Gelhaus – es komme vor, dass alle Kühlkammern gleichzeitig belegt seien. Er erklärte auch, dass die Friedhofsgebühren für Beerdigungen erhöht würden.
Der Friedhof müsse sich finanziell selbst tragen, es gebe keine Zuschüsse der Kirche.
Das Betriebsgebäude soll abseits der Kapelle dort gebaut werden, wo sich auch der Containerplatz befindet.
Für den Bau der Kapelle wurde folgender Finanzierungsplan vorgelegt: 30 000 Euro kommen aus Eigenleistungen, 30 000 Euro aus Rücklagen, 160 000 Euro von der Gemeinde Bösel, 160 000 Euro aus einer Darlehensaufnahme sowie 100 000 Euro aus einer Spendenaktion, die bald anlaufen soll.
