BöSEL - Thea Pleye schätzt die schönen Dinge im Leben: Sie liebt Orchideen, sie mag die Felder und Wiesen rund um Bösel, sie beobachtet gerne, wie die Meisen in ihrem Garten am Vogelhäuschen ein- und ausfliegen. Thea Pleye mag auch schöne Kleider, einen guten Wein zieht sie Bier immer vor, und ihr gefällt, was sie sieht, wenn sie mit dem Rad durch Bösel fährt: „Man muss sehen, wo es schön ist. Das ist wichtig. Und Bösel ist schön.“
Kindheit in Bäckerei
Thea Pleye wurde 1935 in Bösel geboren. Die Eltern führten damals eine Bäckerei, im Haus war also immer viel los. „Ich hatte eine schöne Kindheit hier“, erinnert sich die 77-Jährige. So hätten sich zum Beispiel immer die Mädchen, die in der Bäckerei gearbeitet haben, und die Bäckergesellen bei der Familie eingefunden – die Bäckerei war der Mittelpunkt, um den sich das Leben der Familie drehte. „Natürlich musste ich auch mithelfen, aber ich hatte ein gutes Zuhause.“ Ihren späteren Mann lernte sie als 16-Jährige beim VdK-Ball kennen, geheiratet wurde zehn Jahre später.
Seit 40 Jahren ist Thea Pleye nun schon die Chefin der Drogerie Pleye in Bösel. In dem Geschäft gibt es alle möglichen Dinge für den täglichen Bedarf. Ein Fotostudio ist angeschlossen. Durch ihre Arbeit hinter dem Verkaufstresen und hinter der Kamera hat Thea Pleye schon viele Generationen Böseler erlebt. Kinder, die sie einst bei ihrer Einschulung ablichtete, lassen heute bei ihr Bilder der eigenen Kinder machen.
Sie erlebt die Böseler Familien in ihren glücklichsten Momenten – bei Hochzeiten, Taufen und Geburten. Viele erzählen ihr aber auch von Sorgen und anderen Dingen, die sie bewegen. Daran Bösel zu verlassen, hat Thea Pleye nie gedacht – auch weil sie hier so viele Menschen kennt.
Zur Ruhe kommen
„Heimat ist für mich auch Kirche“, sagt die Drogistin. Dort spürt sie Verbundenheit, trifft wiederum viele Leute, die sie gut kennt. Ganz abgesehen davon, findet Thea Pleye die St.-Cäcilia-Kirche wunderschön. Sie ist nicht nur ein Gotteshaus, sondern auch ein Ort zum Verweilen und zur Ruhe kommen.
Der regelmäßige Besuch der sonntäglichen Gottesdienste gehört deshalb für die Böselerin dazu. „Es sei denn, wir haben hier einen Fototermin im Garten.“ Und der ist eine Augenweide: Es gibt einen Badeteich mit Holzterrasse am Wasser, gepflegte Blumenbeete und eine große Trauerweide. „Das ist mein Lieblingsplatz“, erzählt Thea Pleye. So viel zu ihrem Sinn für Schönes. Reichlich Rasenflächen gibt es in dem Garten ebenso – zum Spielen für die Enkelkinder. „Das ist doch ein Paradies. Warum hätte ich hier jemals weggehen sollen? Es hat mir hier immer gefallen.“
