Bösel - Eine wechselvolle und spannende Geschichte hat die Böseler Pfarrkirche St. Cäcilia mitsamt des Böseler Altarbildes. Dieser ging der Geschichtsausschuss des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland auf seinem 318. Historischen Nachmittag am Mittwoch auf die Spur. Eingeladen hatte ihn der Böseler Heimatverein.
Wissenschaftliche Forschung und die Arbeit der Heimatvereine im Oldenburger Münsterland wolle man gleichsam in den Blick nehmen, sagte Klaus Kokenge, der den Ausschuss gemeinsam mit Dr. Michael Hirschfeld führt.
Nach der Begrüßung durch Heimatvereins-Vorsitzenden Gerd Höffmann berichtete Aloys Gelhaus, ehemaliger Kirchenprovisor von St. Cäcilia, über die Geschichte des Gotteshauses und des Altarbildes. Er hatte in den vergangenen Jahren Sensationelles über das Christus-Bild, das 1839 Großherzog Paul Friedrich August der Kapelle geschenkt hatte, herausgefunden. Wie mehrere Untersuchungen auf Veranlassung von Gelhaus gezeigt hatten, stammt das Gemälde, das Christus am Kreuz zeigt, mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der Werkstatt von Peter Paul Rubens. Vor Klimaschwankungen, UV-Strahlung und Verschmutzung schützt das Gemälde heute eine Art „Klimavitrine“.
Dass die Pfarrkirche weitere „Hingucker“ zu bieten hat, verriet Gelhaus beim Blick auf die weitere Wandmalerei und den Hochaltar. Auch ein geschichtlicher Abriss der neuen Kirche, die am 14. Juli 1836 eingesegnet wurde, fehlte nicht. 1922/1923 wurde die Kirche aufgrund starker Bevölkerungszunahmen zu einer Kreuzkirche erweitert.
Erstmals erwähnt wurde eine Kapelle in Bösel im Jahre 1574. Im Jahr 2000 wurde das Glockengeläut um die Friedensglocke mit einer vierten Glocke vervollständigt.
Nach einem Gang zum Heimathaus wurden das Naturschutzgebiet „Vehnemoor“ und die Wiedervernässungsgebiete, insbesondere das „Dustmeer“, Thema des Vortrags von Martin Pille.
Im Jahr 2022 wird der Torfabbau im „Vehnemoor“ beendet sein. Im Jahr danach beginnt die Regeneration, informierte Pille. So werde sich das Vehnemoor über die verschiedenen Stadien der Hochmoorrenaturierung zu einer Landschaft entwickeln, die wieder einen Eindruck des ehemaligen naturräumlichen Charakters vermitteln könne. Schon heute biete das Vehnemoor Tieren wie Bekassine, Brachvogel, Kiebitz, Kranich, Fischadler, Zwergschwan oder der vom Aussterben bedrohten Haubenlerche Heimat. 30 Libellenarten wurden dort nachgewiesen.
Das Dustmeer war, bevor die Thülsfelder Talsperre gebaut wurde, der größte natürliche See in der Region. Für die Entstehung soll der Sage nach der Teufel verantwortlich sein. Er, so berichtete Pille aus der Sage, solle dort ein Stück Erde herausgerissen haben, um damit die Kirche in Altenoythe zuzudecken.
