BöSEL - Ein Festausschuss bereitet die Fusionsfeier vor. Der formale Zusammenschluss von St. Cäcilia und St. Peter und Paul wird vollzogen.
von thomas haselier
BÖSEL - Ein großes Fest soll es für die neue Gesamtgemeinde werden, wenn am 30. Oktober für die rund 5100 katholischen Gläubigen in Bösel und Petersdorf eine neue Ära beginnt. Die Fusion der Kirchengemeinden St. Cäcilia Bösel und St. Peter und Paul Petersdorf wird nicht einfach formal über die Bühne gehen. Vielmehr kümmert sich seit einiger Zeit eine „Fusionsfestausschuss“ intensiv um die Vorbereitung des „großen Tages“, zu dem unter anderem der Offizialatsrat Bernd Winter erwartet wird, um die von Bischof Reinhard Lettmann unterzeichnete Urkunde über die Zusammenlegung der Gemeinden im Gottesdienst zu verlesen.Der Festgottesdienst am Sonntag um 15 Uhr ist die zentrale Veranstaltung. Er wird musikalisch gestaltet von Chören aus Bösel und Petersdorf. Dabei werden die neuen Gemeindebücher – Geburtenbuch, Hochzeitsbuch und Totenbuch – eingeführt. Die alten Bücher werden quasi endgültig geschlossen und ins Kirchenarchiv gegeben.
Im Anschluss an den Gottesdienst ist ein großes Fusionsfest im Forum der Haupt- und Realschule geplant mit viel Unterhaltung und auch „leiblichen Genüssen“. „Ziel ist es auch an diesem Tag, den Gemeindemitgliedern den Wechsel deutlich zu machen, ihn positiv zu begleiten, auch wenn sich formal für uns nicht allzu viel ändert“, erläutert der bisherige Kirchenratsvorsitzende der St.-Cäcilia-Gemeinde, Reinhard Lanfer. Die Fusion müsse dennoch psychologisch verarbeitet werden. Die praktischen Auswirkungen sind für Bösel und Petersdorf deshalb nicht ganz so groß, weil Petersdorf schon seit gut 18 Jahren keinen eigenen Seelsorger mehr hat. Darüber hinaus wird es St. Peter und Paul in Petersdorf weiter geben, auch wenn das künftige gemeinsame Patronat St. Cäcilia sein wird, die als neue Gemeinde die Rechtsnachfolge für die beiden alten Gemeinden antreten wird.
Ein Pastoralkonzept muss noch erstellt werden, in dem die künftige Seelsorge in beiden Gemeindeteilen geregelt wird. Auch das neue Dienstsiegel ist noch nicht fertig, am Entwurf wird noch gearbeitet. Es wird zwei Ortsausschüsse geben. Gesamtgemeindlich geregelt wird die Firmvorbereitung und auch die Caritasarbeit. „Die Bedeutung der ehrenamtlich Arbeit wird wachsen“, erwartet Reinhard Lanfer. Wir wollen möglichst viel Gemeindearbeit in den Orten belassen“, ergänzt Bösels Kirchenprovisor Aloys Gelhaus, der von einer großen Zustimmung für die Fusion spricht.
Hintergrund der Gemeindefusion ist – wie berichtet – der Sparzwang in den Bistümern, die seit einigen Jahren mit erheblichen Rückgängen bei den Einnahmen leben müssen. So sollen allein im Bistum Münster durch Gemeindefusionen insgesamt 50 Millionen Euro eingespart werden.
