BöSEL - Irgendwie sei sie dazu gekommen „wie die Jungfrau zum Kind“, sagt Anita Hempen, wenn sie auf ihren „Winterjob“ als Regisseurin des Laientheaters der DJK Bösel angesprochen wird. Seit dem Jahr 2003 hält die theaterbegeisterte Böselerin bei den Aufführungen der Theatergruppe die Zügel in der Hand, wobei ihr dieses Bild eher nicht gefällt. Doch dass die resolute 45-Jährige organisieren kann wie kaum jemand anderes, bestätigt jedes Theatermitglied nur zu gerne. „Ohne Anita am Drücker geht gar nix“, heißt es dann.

Dabei hatte Anita Hempen eigentlich ein eher flaues Gefühl, als ihr eines Tages der langjährige Regisseur der Theatergruppe, Hans Grote, nach 40 Jahren Regie sagte: „Anita, du musst das jetzt machen, ich hör auf“, und dabei ganz offensichtlich keinen Widerspruch duldete. Und die Truppe sah das genauso, Anita sei „verrückt genug für diesen Job“, der mit reichlich Stress verbunden ist. Schon 1979 entdeckte die Böselerin ihr besonderes Faible für die „Bretter, die die Welt bedeuten“, nicht unwesentlich inspiriert von ihrem Vater, der ebenfalls Laienschauspieler war. Zusammen mit Heinz Looschen und Hermann Kuper stand sie viele Male auf der Bühne. Ganz viel gelernt, sagt sie, habe sie von Hans Grote. „Wenn Groten Hans sagt: ,Mach das nochmal!’, dann machst du das“, habe ihr Vater ihr gesagt. Und daran habe sie sich gehalten und sei gut damit gefahren. Es dauerte nicht lange, und sie spielte Hauptrollen.

Jetzt als Regisseurin – „ich hatte schon Angst, dass mir diese Schuhe nicht passen“ – spielt sie nur noch Nebenrollen, „das lässt sich anders nicht schultern“. Die 45-jährige Mutter von zwei Kindern weist darauf hin, dass die Regie „keine Hempen-Diktatur“ sei. Vielmehr entscheide man alles im Team.

Vier Monate lang bestimmt das Theater das Leben von Anita Hempen. Von ihrer Theatergruppe spricht sie als ihre „Winterfamilie“. Eine große Familie, denn rund 30 Leute im Alter zwischen 16 und 45 Jahren gehören zur DJK-Truppe, aus der Anita Hempen besonders Souffleuse Monika Preuth hervorhebt, die ihr größte Hochachtung abverlangt. „Die kann wirklich alles auswendig, das ist genial, sie ist unsere Rückversicherung.“

Bei aller Arbeit steht immer der Spaß im Mittelpunkt. Und es ist kein Zufall, dass Anita Hempen mit ihren Schauspielern nur Komödien auswählt. Die Besucher können sicher sein, einen lustigen und befreienden Theaterabend zu erleben.

Zweimal noch können Theaterfreunde sich von der Regie- und Schauspielkunst überzeugen. Wer noch einmal den Alltag vergessen und die Lachmuskeln trainieren will, hat heute, Sonnabend, und morgen, Sonntag, jeweils um 19.30 Uhr im Forum der Haupt- und Realschule Gelegenheit die Komödie „Jonny’s letzte Botterfohrt" von Helmut Schmidt zu sehen – natürlich mit der Stripshow der Böseler „Dream Boys".