BöSEL/NIEDERKASSEL - Die 31-Jährige aus Bösel arbeitet seit Frühjahr 2003 im Vier-Sterne-Hotel Clostermannshof in Niederkassel-Uckenrath. 1994 gewann sie ihre erste „Goldene Kochmütze.“
Von Hans-carl Bokelmann
BÖSEL/NIEDERKASSEL - Es gibt Karrieren, die so nicht erwartet wurden und beinahe zauberhaft sind. Zum mehrfachen Olympia-Sieger im Schwimmen, Roland Matthes, soll ein Lehrer in frühen Jahren gesagt, dass er für diese Sportart völlig untalentiert sei. Michaela Rielmann aus Bösel ist es ähnlich ergangen.„Eine Berufsschullehrerin hat zu ihr einmal gesagt, dass aus ihr wohl nie eine Köchin werde“, sagt Hildegard Rielmann. Die Mutter von Michaela Rielmann sitzt mit ihrem Mann Franz im Wohnzimmer in der Böseler Goethestraße. Auf dem Wohnzimmertisch liegen Zeitungsausschnitte, die die ungewöhnliche Karriere einer jungen Frau dokumentieren. Diese hat sich von einer anscheinend nicht besonders talentierten Berufsschülerin zu einer echten europäischen Spitzenköchin entwickelt.
„Als Kind hat Michaela die Küche und das Kochen nicht sonderlich interessiert. Dass sie sich nach Abschluss der Hauswirtschaftsschule dann doch für eine Ausbildung entschied, war für mich genauso überraschend wie für meinen Mann“, sagt Hildegard Rielmann und schmunzelt.
„Ihre Ausbildung als Köchin absolvierte Michaela in Rastede, in der Klostermühle-Abtei bei Hans Guniak“, erinnert Franz Rielmann. Als gelernter Bäcker, Koch und Gastronom – derzeit als Küchenchef im Museumsdorf Cloppenburg – ist er als erfahrener Mann weit über die Grenzen der Region bekannt.
Und dass der Apfel nun doch nicht weit vom Stamm fällt, wurde während der Ausbildung Michaelas in Rastede nach und nach deutlich. „Sie hat schon während der Ausbildung an Kochwettbewerben teilgenommen und 1994 ihre erste Goldene Kochmütze bei einem Kochwettbewerb in Oldenburg gewonnen“, sagt Franz Rielmann.
Nach Abschluss der Ausbildung schlossen sich mehrere Stationen, u. a. im Zollhaus in Rastede, im Gasthof Hummert in Cloppenburg, in der Cloppenburger Stadthalle und im Sporthotel Dreibrücken an. Und die Meisterausbildung, die Michaela Rielmann im April 1999 begann, schloss sie im Jahr 2000 als Beste ab.
Inzwischen zählt die Böselerin zu den europäischen Spitzenköchen und arbeitet seit Frühjahr 2003 als Küchenchefin im Vier-Stern-Hotel Clostermannshof in Niederkassel-Uckenrath (Nordrhein Westfalen). Dass die von ihr zubereiteten Speisen nicht nur eine Gaumenfreude sind, sondern auch wunderschön appetitlich aussehen, davon kann man sich im Buch „Tisch-Events mit Genuss“ von Michael Holtmann überzeugen. In dem 600 Seiten starken Handbuch für professionelles Catering werden zahlreiche Rielmann-Kompositionen fotogen in Szene gesetzt.
Die späte und unerwartete Karriere ihrer Tochter hat noch eine weitere gute Seite. „Wenn sie uns besucht, stellt sie manchmal neue Kompositionen vor. Sie arbeitet besonders gern mit Fisch“, sagt Hildegard Rielmann, die an solchen Tagen die zauberhafte Karriere ihrer Tochter mit ihrem Mann gleich doppelt genießen kann. „Da ist man dann schon ein bisschen stolz“, erklingt es aus dem Mund der Mutter.
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