Bösel - Es ist mittlerweile ein „Selbstläufer“, das Böseler St.-Martin-Benefiz-Essen. Zum siebten Mal laden Martin Pille, Franz Rielmann und André Beier vom Heimathaus zu der Veranstaltung am Dienstag, 12. November, ab 19 Uhr im Heimathaus Bösel ein. Nur noch einige wenige Restplätze seien verfügbar, informierten die Veranstalter am Freitag in einem Pressegespräch. Das Konzept kommt an: Gutes essen und Gutes tun für die Schwächsten unserer Gesellschaft.
Fünf Organisationen werden im Wechsel bedacht beim Benefiz-Essen im Heimathaus: der Welt-Laden, die „Tafel“, die Litauenhilfe der Kolpingfamilie, „Zusammen in Bösel“ (ZiB) sowie der Arbeitskreis „Hilfe für Tschernobyl-Kinder“. In diesem Jahr werden aus dem Erlös der Veranstaltung – „mindestens 3500 Euro pro Verein“ (Pille) – die Tafel und ZiB unterstützt.
„Vereine und Organisationen, die Gutes tun wollen, verfügen in aller Regel über zu wenig Geld, salopp gesagt: Sie sind notorisch klamm“, schildert Pille die Beweggründe für das Benefizessen. Denn Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs, wie sie von den Organisationen an Hilfsbedürftige im In- und Ausland verteilt werden, sowie Diesel, damit die Hilfstransporte nach Litauen oder Weißrussland laufen können – für all das wird Geld benötigt.
Das weiß Martin Pille aus eigener Erfahrung, gehört er doch schon viele Jahre dem Arbeitskreis „Hilfe für Tschernobyl-Kinder“ an. Auf einer der Fahrten war ihm die Idee zu dieser Aktion gekommen.
Die Spenden kommen zum einen aus dem Erlös des Benefiz-Gänseessens am 12. November, dass das Heimathaus zum Selbstkostenpreis kocht. Auch die essenbegleitenden Weine werden gesponsert. Zudem sammelt Martin Pille mit seinem Mitstreiter Franz Rielmann unermüdlich Spenden ein: Die Bereitschaft sei bei Betrieben aus Handel-, Gewerbe, Industrie, Landwirtschaft und auch Böseler Privatleuten „enorm groß und ungebrochen“, schildert Rielmann. Weit über 100 Spender zählen die Verantwortlichen in jedem Jahr.
Die Spenden kommen direkt den Vereinen zugute, Verwaltungskosten gebe es so gut wie keine.
Was erwartet die Besucher beim Benefizessen? Für eine Eintritts-Spende von 39,50 Euro wird ein viergängiges Gänse-Menü serviert: Tranchen von der geräucherten Gänsebrust mit Wildkräutersalat und Saucé Cumberland, dann eine Kokos-Kürbiscreme mit Sauté-Spieß vom Gänsefilet im Sesammantel; im Hauptgang saftiger Gänsebraten an Orangensoße mit Preiselbeerbirne, Apfel-Zimtrotkohl und Spitzkohl in Sauerrahm, dazu Salzkartoffeln und Kroketten und zum Abschluss ein „Flying Buffet“ mit verschiedenen Dessert-Kreationen.
Auch für Unterhaltung ist gesorgt: Der Kinderchor der St.-Martin-Schule Bösel unter Leitung von Bettina Theilmann singt. Plattdeutsche Lieder – übersetzt von Martin Pille – trägt zudem das Gesangstrio mit Margret Apke-Jauernig, Marlies Mammen und Monika Pille vor.
Warum ein Gänseessen? Bis 1923 war das Patrozinium der Pfarrkirche Bösel St. Martin gewidmet – daran erinnert der Namen der Grundschule in Bösel sowie die St.-Martin-Kapelle in der St.-Cäcilia-Pfarrkirche. Die Organisatoren erinnern auch an die barmherzige Tat Martin von Tours, der einem armen Bettler die Hälfe seines Mantels gegeben hatte. Denn so arbeiteten die Vereine auch.
