BöSEL - Zehn Tage noch. Dann wird es ernst. Ernst für die Schauspieler. Und lustig fürs Publikum. Denn am 16. Januar ist die Uraufführung. Um 15 Uhr beginnen die acht Schauspieler mit ihrem Job. Die Mitglieder der DJK-Theatergruppe bringen dann das Stück „Mimi un de Möörders“ in der Aula der Haupt- und Realschule auf die Bühne. Doch noch sind Proben. Und eigentlich hat ihr Job schon längst begonnen. Seit Anfang Oktober üben die Böseler den Kriminalschwank von Walter G. Pfaus ein.

„Der Druck wird jetzt höher“, sagt Regisseurin Anita Hempen. Sie steht in der Aula, verfolgt genau, was auf der Bühne passiert. Mehrere Meter vor ihr sind Matthias Preuth, Hermann-Josef Seppel und Marlies Ulmer. Thomas Westphal – also Matthias Preuth – erfährt von Nachbarin Wilhelmine „Mimi“ Carstens (gespielt von Beate Höffmann), dass sein Auto gestohlen worden ist. Doch nicht nur der Wagen ist weg. Preuth kämpft mit dem Text. Doch er findet die Zeilen, die er zu sagen hat.

Souffleusen helfen

„In jeder Ecke haben wir eine Souffleuse sitzen“, sagt Anita Hempen. Und ergänzt mit einem Grinsen: „Nicht, dass wir sie bräuchten – aber wir haben sie.“ Bei der Probe am Mittwochabend sitzt Elke Hülskamp in einer Ecke, kaum sichtbar. Doch Elke Hülskamp und ihre Kollegen Monika Preuth sind für die Schauspieler unersetzbar. Peter Wendeln sitzt weit weg von der Bühne – er hat gerade keinen Auftritt. „Am Ende können die Souffleusen den Text auswendig. Ohne die beiden wären wir manchmal richtig aufgeschmissen“, sagt Wendeln.

Noch sind Proben. Der Text sitzt nicht immer. Doch für die übrigen Akteure ist Hermann-Josef Seppel ein gutes Beispiel. „Am Montag konnte er noch keine Zeile, nun kann er den ganzen Text“, sagt Wendeln und guckt ins Textbuch – eben den nächsten Auftritt vorbereiten.

Auch die Requisiten sind nicht alle komplett. Franz Seppel hat den für das Stück wichtigen Tresor mittlerweile gebaut, doch es fehlt noch eine Klingel. „Huch, das haben wir Franz noch gar nicht gesagt“, sagt Anita Hempen und grinst schon wieder.

Viele Regieanweisungen

Die Stimmung bei der Probe liegt irgendwo zwischen Anspannung und guter Laune. Marlis Ulmer etwa soll als Angela Hinrichs Matthias Preuth, alias Thomas Westphal, den Kopf verdrehen. Die Regisseurin: „Du musst Deine Beine übereinander schlagen – Du hast doch einen Rock an.“ Etwas später: „Spiel etwas mehr, stolziere – Du hast doch Stöckelschuhe an. Oder nicht?“ Marlies Ulmer hat eine Jeans, einen Fleecepullover und schneefeste Schuhe an. Es ist eben eine Probe.

Und dann noch ein Hinweis der Regisseurin: „Ihr müsst langsamer sprechen, nicht so hektisch.“ Souffleuse Elke Hülskamp bestätigt den Eindruck: „So schnell kann ich nicht einmal mitlesen.“ Gelächter. Matthais Preuth hat aber gleich eine Entschuldigung parat: „Ich bin so froh, wenn ich eine Textpassage weiß, die muss ich ganz schnell loswerden bevor ich sie wieder vergesse.“

Noch sind Proben.