BöSEL - Die gelernte Näherin legt seit mehr als 25 Jahren Karten. Schon im Alter von 15 entdeckte sie, dass sie eine ganz besondere Gabe hat.
Von Hans-Carl Bokelmann
BÖSEL - Sie ist 53 Jahre alt. sie kommt gebürtig aus Bösel und sie beherrscht die Kunst des Kartenlegens. „Die Gabe habe ich wohl von meiner Oma väterlicherseits geerbt“, sagt Doris Welker. Die Mutter von zwei Kindern – Julia (12) und Luisa (11) – nutzt ihr Talent, um Menschen in allen möglichen Lebenslagen zu helfen.„Zu mir kommen junge und alte Menschen, Menschen aus allen sozialen Schichten mit den unterschiedlichsten Berufen“, sagt Welker. Sie bemerkte schon im Alter von 15 Jahren, dass sie im Vorfeld Dinge sehen kann, die sich später tatsächlich ereignen. „Ich habe einem Mann einmal die Karten gelegt und bemerkt, dass ich einen Unfall sehe. Zwei Stunden später rief er mich an und teilte mir mit, dass er froh sei, dass es bei einem Blechschaden geblieben ist“, sagt Welker, die jüngst von einem der wohl bekanntesten Showmaster des deutschen Fernsehens besucht wurde. Auch er ließ sich die Karten lesen. Mehr darf Welker allerdings nicht verraten. Sie ist an ihre Schweigepflicht gebunden.
Zum Lesen der Zukunft nutzt Welker Spiele mit je 78 Tarot-Karten. Je nach Persönlichkeit nutzt sie eines der sieben Kartenspiele, mit denen sie arbeitet. Ihre Klientel reicht weit über die Grenzen des Oldenburger Landes hinaus. Sogar ein Gast aus Hongkong war schon an der Vidamer Straße.
Die Vorgehensweise von Welker zu Beginn der Sitzung ist immer gleich. „Ich schaue mir die Menschen an und lege dann die Karten, aber nach unterschiedlichen Mustern“, sagt die Frühaufsteherin, die täglich um 6 Uhr aufwacht. Die Gabe des Kartenlegens bereite ihr große Freude – mal abgesehen von den Schicksalsschlägen –, die sich in den Sitzungen immer wieder auftäten.
Ganz besonders gerne arbeitet sie mit jungen Menschen, denen sie auch ganz besonders gerne hilft. „Mich rufen oft Teenies an, die Liebeskummer haben – und ich unterstütze sie wirklich, wo ich kann“, sagt Welker. Ansonsten sei das Feld der Probleme weit. „Die Leute kommen zu mir, damit ich ihnen bei Fragen zur Gesundheit, bei Ehe- oder Geldproblemen und vielen anderen Dingen helfe.“
Wie viele Kunden sie im Jahr betreut, weiß Welker nicht so genau, aber sie weiß, dass die Kunst des Kartenlegens eine faszinierende Sache ist. So hat sich ein Professor aus Hamburg angekündigt, um ein Buch über sie zu schreiben. Doch zunächst freut sich Doris Welker auf den zweiten Termin eines großen Showmasters. Wann er wieder an die Vidamer Straße kommt, ist allerdings streng geheim.
