Von Bösel bis auf die Münsteraner Musicalbühne scheint es ein weiter Weg – wie kam es dazu?
LinkeMusik hat mich schon immer interessiert. Seit ich zehn bin habe ich Klarinette gespielt, auch im Niedersachsen Sound Orchester in Bösel. Vor knapp drei Jahren habe ich mir einen Musical-Kurs in Hamburg zu Weihnachten geschenkt. Warum machst du das nicht auch in Münster, hat mich damals eine Freundin gefragt. Kurz darauf bin ich Mitglied des Freien Musical-Ensembles Münster geworden.
Was reizt dich besonders am Musical?
LinkeBeim Musical macht man alles gleichzeitig: tanzen, singen und schauspielern. An das Schauspielern musste ich mich erst gewöhnen, ich bin niemand, der sich groß in den Vordergrund drängt. Mittlerweile macht mir aber auch das total viel Spaß. 2015 hatte ich meine erste große Rolle in der Inszenierung von „Die drei Musketiere“, da habe ich den Bootsmann gespielt.
Und was tut man gegen Lampenfieber?
LinkeBei mir ist es eigentlich eher Vorfreude als Lampenfieber. Ein bisschen aufgeregt ist man natürlich immer, aber unsere Gruppe hält unglaublich zusammen. Man kriegt so viel positives Feedback, dass man gar nicht aufgeregt sein muss.
Am Freitag ist es soweit, das neue Stück „Imagine This“ feiert Premiere – worum geht’s?
LinkeEs geht um eine jüdische Theatergruppe im Jahr 1942 im Warschauer Ghetto, die mit ihren Stücken Widerstand gegen die Nazis leistet. Der zentrale Konflikt entsteht, als eine Deportation nach Treblinka geplant ist, und die Theatergruppe vor einem moralischen Dilemma steht. Ich spiele den Jakob, der nebenbei noch andere Sorgen hat: Er ist in Rebecca, die Tochter des Ensemble-Leiters verliebt, und will sie vor einem SS-Mann beschützen, der auch ein Auge auf sie geworfen hat.
Wie bereiten Sie sich auf eine solche Rolle vor?
LinkeIch lege mir zum Stück selbst eine Geschichte zurecht und versuche, Parallelen zum eigenen Leben zu finden, um sich einfacher in die Geschichte reinversetzen zu können. Das ist dieses Jahr sehr schwierig, weil das Stück so düster ist. Es sind emotional sehr aufreibende Szenen, da muss man eher aufpassen, sich nicht zu sehr auf die Rolle einzulassen.
Und wie geht das?
LinkeMan muss das klar trennen: Sobald wir auf die Bühne gehen, sind wir ganz in der Rolle, natürlich auch in den Proben. Verlassen wir die Bühne wieder, bleibt die Rolle da. Da achten auch die Regisseure und Probenleiter ganz genau drauf, dass wir uns nicht zu sehr auf die Rolle einlassen.
