BOKELESCH - Dicht gedrängt standen die rund 100 Gäste am vergangenen Mittwoch bei der offiziellen Einweihung im neuen Informationszentrum für die Johanniter Kapelle im ehemaligen Pfarrhaus. Nun hat sich die Feieratmosphäre gelegt und nicht wenige fragen sich, wann sich die Pforten für die ersten Besucher öffnen und wo man sich für etwaige Führungen anmelden kann.
Für die Einrichtung des Infozentrums wurde das alte aus den 50er Jahren stammende Pfarrhaus vollständig entkernt. Die zuständige Architektin Christine Tonndorf baute die vier kleinen Räume im Haus zu einem großen Ausstellungssaal mit Galerie aus. Die Architektin hatte sich mit ihrem Mann Ejnar bereits bei der Restaurierung der Johanniterkapelle in den Jahren 2003 und 2004 bewährt.
Das Konzept mit der Einbeziehung moderner Medien kam bereits bei den Eröffnungsgästen sehr gut an. „Ich denke, das wird ein neuer Anziehungspunkt auch für Touristen. Hier kann man wirklich viel Interessantes über die Geschichte und das Leben der Johanniter erfahren “, freute sich Jens Lindstädt, Geschäftsführer des Touristikverbandes Erholungsgebiet Barßel-Saterland, über den neuen Informationspunkt im Saterland.
Neben Saal und Galerie gehören noch eine Teeküche, sanitäre Anlagen sowie ein Besucherparkplatz zu den Ausstattungsmerkmalen des Informationszentrums neben der alten Johanniter-Kapelle. Für das inhaltliche Konzept holten sich die Gemeinde Saterland und die Kirchenvertreter eine echte Museumsexpertin ins Boot: Professor Dr. Antje Sander, Leiterin des Schlossmuseums in Jever. So werden in Bokelesch nicht nur archäologische Funde aus der zeit des Johanniter-Ordens ausgestellt, sondern es wird anhand von Schautafeln und Filmen die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Johanniter-Ordens zu jener Zeit für die Besucher anschaulich vorgestellt.
Am 1. April soll das im Gemeindebesitz befindliche Infozentrum auch für die breite Öffentlichkeit eröffnet werden, berichtet Bürgermeister Hubert Frye. „Wir stehen kurz vor dem Ende der Verhandlungen mit einer möglichen Pächterin, die das Gebäude bewirtschaften soll“, so der Verwaltungschef.
Die Öffnungszeiten im Zentrum sollen sich nach den Vorstellungen der Gemeinde Saterland daran orientieren, wann die benachbarte Johanniter-Kapelle ihre Pforten für gläubige und Interessierte geöffnet hat. Das würde bedeuten, dass der Informationspunkt am Montag geschlossen wäre.
Laut Frye sind auch Sonderöffnungszeiten für Gruppen nach vorheriger Absprache mit der Pächterin möglich. Außerdem soll es eine Bewir- tung der Gäste inklusive einer Außengastronomie bei gutem Wetter geben. Führungen durch die Ausstellung im ehemaligen Pfarrhaus sind nicht geplant.
„Ich denke, die interaktive Ausstellung erklärt sich für die Besucher von allein“, sagt Hubert Frye. So können Informationen über den Johanniter-Orden per Knopfdruck auf interaktiven Schautafeln abgefragt werden. Zudem gibt ein Film Einblick in das Leben der Ordensbrüder zu jener Zeit.
