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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Deftige Bilder und ein schön sturer Trommler

23.04.2019

Bonn Was wäre der Hape-Kerkeling-Film „Der Junge muss an die frische Luft“ ohne seinen kindlichen Darsteller Julius Weckauf? Und was wäre „Die Blechtrommel“ ohne den damals zwölfjährigen David Bennent gewesen, der den dämonischen Gnom Oskar Matzerath verkörperte?

„Es war einmal ein Blechtrommler, dem gefiel die Welt der Erwachsenen nicht“, so distanziert sich Oskar von Beginn an von der Welt, in der er lebt. Sein starrer Blick, das sture Trommeln, das selbst Nazis zum Tanzen verführt, sein hysterisches Schreien, das Gläser und Scheiben zu Bruch gehen ließ: Es gab selten eine Figur, die sich so nachhaltig einen Ehrenplatz in der deutschen Filmgeschichte erspielt hat. Vor 40 Jahren, am 2. Mai 1979, kam die Verfilmung des Grass-Romans „Die Blechtrommel“ von Volker Schlöndorff in die Kinos. 20 Jahre zuvor war der gleichnamige Roman erschienen, der Günter Grass 1999 den Literaturnobelpreis einbrachte.

Grass überbordender Schelmenroman galt wegen seiner bizarren Detailfülle und den wechselnden Erzählstilen eigentlich als unverfilmbar. Doch so wie das Buch die deutsche Literatur wieder auf Weltniveau hob, verhalf Schlöndorffs eng am Original bleibende 150-Minuten-Verfilmung dem deutschen Film zu neuer Geltung. Dafür wurde er 1979 mit der Goldenen Palme und dem Oscar ausgezeichnet.

Eine Mischung aus Horrorfilm, Slapstick, kleinbürgerlichem Theater und Historiendrama: „Die Blechtrommel“ wurde zum Kultfilm, obwohl das Werk – anders als das Buch in den Adenauer-Jahren – keinen Skandal mehr auslöste. Ende der 50er Jahre waren Kirchen und Soldaten gegen das Buch auf die Barrikaden gegangen, hatten es als „blasphemisch“ und „jugendgefährdend“ bezeichnet.

Schlöndorff strich das dritte Kapitel des Buches. Glänzend gelang es ihm, die Grass’sche Mischung aus realistischer Erzählweise und ausufernder Phantastik, Parabel und Groteske ins Bild zu setzen. Die deftigen Bilder – der verweste Pferdekopf voller Aale, Oskars Geburt, aus der Perspektive des Fötus gefilmt – bleiben im Gedächtnis. Grass begleitete das Unternehmen mit großem Interesse.

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