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Fazit zu Theater-Projekt in Stedingsehre Besser Impulse setzen als Antworten geben

Bookholzberg - Zehn Spiel­tage liegen hinter dem Team des Theater k der Kulturetage Oldenburg, allesamt ausverkauft. Insgesamt 680 Menschen haben sich das Theaterstück „Visionen für einen Unort“ angesehen. Zum ersten Mal seit etwa 80 Jahren wurde damit auf dem Gelände der ehemaligen NS-Freilichtbühne wieder Theater gespielt.

Bewusst keine Lösung

„Wir sind absolut zufrieden“, sagt Bettina Stiller von der Kulturetage. Rückblickend könne man sagen: Alles richtig gemacht. Darunter fiel auch, keine Antworten auf die Frage zu geben, was man denn nun mit dem Gelände Stedingsehre anfangen könne oder wie man künftig mit dem „Unort“ umgehen solle.

„Für uns lautet der Ansatz als Theater, keine Antworten zu geben, sondern Fragen zu stellen – und zum Nachdenken anzuregen.“ Man wolle mit dem Stück bewusst keine Lösungsstrategie anbieten, sondern emanzipieren – von den eigenen Vorstellungen oder einer vorgefertigten ­Meinung. Getreu dem Motto: Subtil statt effektheischend. Impulse geben, sodass jeder Zuschauer für sich selbst individuell etwas vom Abend ­mitnimmt.

Vorhang zu und alle Fragen offen

Auch Bernt Wach zieht als künstlerischer Leiter des Projektes ein positives Fazit: „Ich hatte nach vielen Gesprächen mit den Besuchern durchaus den Eindruck, dass mein ­Versuch unterhaltend und nicht belehrend, aber durchaus im Sinne von Bertolt Brecht – der Vorhang zu und alle Fragen offen – anregend für Herz und Verstand zu sein, aufgegangen ist.“

Für die Schauspielerinnen und Schauspieler war das Stück übrigens nicht ganz einfach – mussten sie doch meist Rollen übernehmen, die eine tiefe Abneigung generieren. Etwa Willi Markwardt, der in seiner Rolle als AfD-Abgeordneter zahlreiche Buh-Rufe kassierte oder Ulf Goerges, der die Rolle des Gauleiters Carl Röver übernahm. Negativ-Figuren seien eigentlich immer eine besondere Herausforderung, sagt Goerges. „Man muss hier in anderen Bereichen suchen, um die Figur zu füllen. Das ist auf der einen Seite reizvoll – Bösewichter zu spielen macht auch Spaß – auf der anderen Seite hat das natürlich auch Grenzen. Da braucht die Rolle eine andere Auseinandersetzung.“

Stück wiederholen

Nun will die Kulturetage wieder eine Finanzierung auf die Beine stellen – denn der Wunsch, das Stück im kommenden Jahr erneut auf die Bühne zu bringen, ist groß.

Und auch wenn unterm Strich alles zur Zufriedenheit verlief, Veränderungen würde es trotzdem geben. Etwa in der Länge des Stücks. Da ließe sich durchaus noch etwas straffen, sagt Bettina Stiller. Außerdem sei dann das Informations- und Dokumentationszentrum des Fördervereins Stedings­ehre Bookholzberg fertig. Dieser Teil des Abends – die Vorstellung der Historie – würde sich definitiv verändern. Geplant ist auch, das Stück für Schulklassen anzubieten.

Tonia Hysky
Tonia Hysky Redaktion Kultur/Medien
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