BOOKHOLZBERG - Der Besuch der Paraden in New York ist für Egon Drieling zur großen Leidenschaft geworden. Am St. Patrick’s Day überwand er alle Sicherheitssperren – mit einem Zeitungsfoto.

Von Karsten Kolloge

BOOKHOLZBERG - „Das ist ein Sound. Sagenhaft.“ – Wenn Egon Drieling an die Paraden in New York denkt, dann kommt er ins Schwärmen. Die polnische Parade hat er schon erlebt, die Kolumbus-Parade, und die Steubenparade ist für ihn quasi „Pflichttermin“. Jetzt kehrte der Bookholzberger zurück von der „St. Patrick’s Day Parade“. Sechseinhalb Stunden habe der Zug gedauert – „überwältigend“, fand Drieling.

Für den 64-Jährigen gibt es mehrere Anlässe, regelmäßig über den „großen Teich“ zu jetten. Erstens gilt es, seine Schwester Renate zu besuchen, die in Chicago lebt. Zweitens ist Egon Drieling seit 1999 Mitglied des New Yorker „Schützen Corps Inc. 1857“, wo er auch aktiv an Wettbewerben teilnimmt. So war er dieser Tage gefordert, um bei einem Vergleichsschießen des Corps mit zwei weiteren Vereinen Treffsicherheit zu demonstrieren.

Schon im Vorfeld der Reise hatte sich Drieling, der im Musik- und Spielmannszug Bookholzberg Saxophon spielt, über die 245. Parade zum St. Patrick’s Day informiert. Denn diese Parade, so wusste er von früheren Besuchen, würde seiner Leidenschaft am meisten entgegenkommen: „Rund 80 Prozent der teilnehmenden Gruppen sind Musikzüge“.

Freilich: Vor Ort traten ganz unerwartete Probleme auf. Der Bookholzberger wollte die Parade ganz gern von der St. Patrick’s Cathetral aus erleben – aber da wimmelte es von Polizei und Sicherheitsleuten. Ein Ticket zum Passieren hatte Drieling nicht. Aber er hatte einen Zeitungsartikel bei sich, der ihn und seinen Enkel Philipp beim Musizieren zeigt. Den Artikel zeigte er vor – und überwand auf diese Weise vier Polizeisperren. Am Ende erhielt er gar die Genehmigung, fast vor dem Eingang der Kathedrale zu stehen, zu fotografieren und die Musik auf sich wirken zu lassen.

Eine solche Parade, so sagte er gestern, sei ihm in Deutschland nicht bekannt. Unter den mehr als 173 teilnehmenden Gruppen seien allein 62 High Schools gewesen – allesamt Musikzüge. Fasziniert war der Bookholzberger auch von den etwa 15 Dudelsackkapellen, hier seien teils uniformierte Polizisten die Musiker gewesen. Einzelne Gruppen hätten wohl aus etwa 1000 Teilnehmern bestanden, schätzte er.

Für das nächste Jahr hat sich Egon Drieling zweierlei vorgenommen. Erstens möchte er wieder die St. Patrick’s Day Parade erleben, und zweitens den Kardinal kennen lernen. Schließlich heiße der fast so wie er selber auch: „Egan“.