BOOKHORN/GANDERKESEE - Es muss nicht immer bunt sein. „Wir haben ein tolles Motto, aber unsere Kostüme sind nicht sehr farbenprächtig“, sagt Helga Kubesch von der DLRG-Ortsgruppe Ganderkesee. Gleichwohl seien die Teilnehmer am Faschingsumzug „politisch voll auf der Höhe“, fügt Anke Kaminski hinzu. Welches Kostüm die 31 DLRG-Mitglieder tragen werden, die am 21. Februar beim Umzug um den Ring mitmachen, wollen die Damen jedoch noch nicht preisgeben.

Seit Anfang Januar treffen sie sich immer mittwochs in den Räumen über der DRK-Rettungswache in Bookhorn. Außer Helga Kubesch und Anke Kaminski sitzen dort noch Annette Brockmeyer, Karin Steffen, Heike Kroog und Inge Rehberger-Kubesch. „Wir sind alle blutige Laien, aber es kommt immer ein vernünftiges Kostüm heraus“, sagt Annette Brockmeyer. „Und es hält warm“, ergänzt Karin Steffen.

Mit viel Spaß machen sich die Damen an die Arbeit. Immerhin: 31 Kostüme wollen geschneidert werden. 60 Meter Kunstfell haben Helga Kubsch und die anderen Hobby-Näherinnen besorgt. Schittmuster wurden angefertigt, Nähmaschinen aufgestellt, Scheren, Stecknadeln und Maßbänder aufgetrieben. „Allein der Kopf des Kostüms besteht aus zwölf Teilen“, verrät Helga Kubesch. Da muss jeder Schnitt sitzen. Den Prototypen fertigten Inge Rehberger-Kubesch und Anke Kaminski an. An dem orientieren sich die Laien-Schneider bei ihrer Arbeit.

Die Idee zu dem politisch motivierten Kostüm kam aus den Reihen der jüngeren Mitglieder: Elke Homann-Meyer hatte den Vorschlag Ende September eingereicht, im November fiel die Entscheidung. „Danach haben wir auch schon die Stoffe besorgt“, erinnert sich Helga Kubesch.

Von den anderen Näherinnen wird sie auch als „Mutter der Nation“ bezeichnet. Sie ist Mitgründerin der DLRG-Ortsgruppe im Jahr 1976. „Toll, dass sie immer noch dabei ist“, findet Anke Kaminski. Als die Ortsgruppe ins Leben gerufen wurde, gab es zunächst keine einheitliche Kostümierung, wohl aber ein gemeinsames Motto. „Früher haben die Mitglieder angezogen, was sie so gefunden haben“, blickt Helga Kubesch zurück. Seit etwa 15 Jahren tragen die Umzugsteilnehmer nun einheitliche Kostüme.

„Wir haben viele Jugendliche und Kinder dabei. Deswegen schneidern wir kostengünstige Kostüme selbst“, erklärt Helga Kubesch. „Für wenig Geld dekorativ aussehen“, fasst Anke Kaminski die Idee zusammen. Da muss das Kostüm auch nicht zwingend bunt sein. Eines nämlich steht mit Sicherheit fest: Die DLRG wird es auch 2009 wieder bunt treiben.