BRAKE - „Computerspiele genießen in der Öffentlichkeit teils doch immer noch einen eher zweifelhaften Ruf“, sagt Andre Mansfeld, erster Vorsitzender des Vereins „total verpLANt“ und selbst begeisterter „Zocker“. „Man gilt oftmals als sozial vereinsamter Sonderling.“ Dass dieser Ruf nicht zwingend der Wahrheit entspricht, wollen Mansfeld und die weiteren Mitglieder des Vereins „total verpLANt“ unter Beweis stellen.

„Computer spielen kann ein interessantes sowie sinnvolles gemeinsames Hobby sein“, lautet die einstimmige Meinung der Vereinsmitglieder. Den Beweis hierfür liefern diese gleich selbst: mit der Veranstaltung der Netzwerk-Party-Reihe „genial verpLANt“.

Bei einer Netzwerk-, oder sogenannten LAN-Party (LAN steht für Local Area Network) treffen sich mehrere Spieler, die ihre Computer zu einem Netzwerk zusammenschließen, um dieses dann als Plattform für gemeinsames Spielen zu nutzen. Bis zu 200 Spieler kommen zweimal im Jahr in Brake zu einer solchen Veranstaltung zusammen. „Das ist im Nordwesten praktisch einmalig“, erklärt Andre Mansfeld. „Die Leute kommen dabei aus ganz Deutschland und sogar aus der Schweiz nach Brake.“ Von Vereinsamung kann so keine Rede mehr sein. „Wir sind ein ständig wachsender Freundeskreis“, erklärt Mansfeld. „Selbst Beziehungen sind hier schon entstanden.“

Über das Hobby ihrer Kinder besorgte Eltern sind darüber hinaus stets als Gäste willkommen. „Wir haben auch schon eine Eltern-LAN veranstaltet, auf der wir die Eltern über Computerspiele informiert haben“, berichtet Vereinsmitglied Maike Jähne. Zweifeln und Ablehnung soll so mit größtmöglicher Offenheit begegnet werden.

Schließlich gebe es mehr als die sogenannten „Ballerspiele“. „Ein gutes Computerspiel kann genauso lehrreich wie ein Buch sein“, ist Vereinsmitglied Tjark Barth überzeugt. „Teamfähigkeit und logisches Denken können durch gute Spiele vermittelt werden.“ Um solche Spiele aus dem unüberschaubaren Angebot herauszufiltern, arbeiten die Vereinsmitglieder mit der Bundeszentrale für Politische Bildung zusammen. „Auf deren Plattform ‚spielbar.de’ testen wir Spiele und bewerten, ob sie sich für Jugendliche eignen“, so Barth.

Mit solchen Fürsprechern ist eines letztlich sicher: Für das Hobby Computerspiele heißt es noch lange nicht „Game Over“.