Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Fahrstunde „Hatte es mir nicht so einfach vorgestellt“

Lars Herrmann

BRAKE - „Ich hab’ solche Angst. Ich muss erst auf Toilette“, sagt die sichtlich nervöse Nina Heine vor ihrer ersten Fahrstunde. „Das war gut und hat richtig Spaß gemacht.“ Auch diese Aussage stammt von der 18-Jährigen aus Elsfleth. Dazwischen liegen lediglich 45 Minuten im Auto mit Thomas Küster.

„Die ist richtig nervös, so kenne ich sie gar nicht“, kann sich der Fahrlehrer ein Lachen nicht verkneifen. „Aber danach heißt es dann immer: ist ja gar nicht so schlimm.“

Hand in Hand

Doch bevor Nina den Golf über die Straße manövrieren darf, erfolgt zunächst die Einweisung. Was langjährige Autofahrer längst vergessen haben – Spiegel und Sitz einstellen, den Schulterblick – lässt das Fragezeichen auf der Stirn der Auszubildenden nur noch größer werden. „Alles wird gut Nina. Ich fahre zu dem Parkplatz hinter der Lessingstraße, erkläre dir alles und du fährst zurück. Beim Schalten führe ich deine Hand, dann findest du den richtigen Gang“, spricht der 37-Jährige ihr Mut zu.

Auf dem Weg dahin, gilt es aber noch einige Fragen wie beispielsweise „Hast du auf deiner Seite auch ein Gaspedal, falls ich nicht mehr kann?“, zu klären. Thomas Küster, der „Tommy’s Fahrschule seit April 2008 betreibt, antwortet ruhig und gut gelaunt. „Ich pass auf dich auf.“

Mittlerweile hat Nina hinter dem Lenkrad Platz genommen. Ungeduldig mit den Beinen wippend lauscht sie Küsters Ausführungen. „Hast du die Spiegel passend eingestellt?“, will er schließlich wissen. „Ja, so . . . glaube ich“, kommt die zögernde Antwort. Die letzte Frage vor Fahrtantritt: „Bist du nervös?“ beantwortet die künftige Friseurin mit „Geht. Es kommt wie es kommt.“ Und es kommt gut.

Nina Heine findet auf Anhieb den Schleifpunkt der Kupplung und steuert den Wagen im Kreis über den Parkplatz. Nur der Aufforderung „Brems’ mit Gefühl“ folgt sie nicht ganz. Alles weitere klappt, sogar das Anfahren an der Steige. Da bleibt selbst Zeit für einen angeregten Plausch über die Eigenarten eines Einkaufs bei einer schwedischen Möbelkette. „Oh ist das einfach mit diesem Auto. Oh wie schön“, jubelt sie und all ihre Ängste sind verflogen.

Auf der Rückfahrt zur Kirchenstraße bekommt sie wie angekündigt Hilfe beim Schalten. Zielsicher fährt Nina, die die theoretische Prüfung schon bestanden hat, auf den Parkplatz der Fahrschule. „Muss ich denn so langsam fahren? Das dauert ja ewig“, klagt sie beim Wenden kurz vor Ende ihrer Premiere.

Verzicht auf Kritik

„Jetzt sag’ mir ehrlich, wie du dich gefühlt hast“, fragt Küster, als der Motor ruht. „Gut, sicher. Du warst so ruhig. Ich hab vorher gesagt: Wenn Tommy schreit, krieg’ ich ’n Trauma. Ich hatte es mir nicht so einfach vorgestellt.“

„Das war nicht schlecht, Nina. Wir werden das Haus gemeinsam rocken!“ Die ersten beiden Fahrstunden verzichtet der Fahrlehrer auf Kritik, er lässt seine Schützlinge reden. „Das ist ein Entwicklungsprozess. Du sollst aufgehen wie eine Blume“, beschreibt Thomas Küster seine Methode. Die Fahrschülerin, die eine Wette am Laufen hat, ob sie den Führerschein bis Ende Januar bekommt, interessiert aber nur noch eins: „Können wir jetzt schon weitere Termine machen?“

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Nach Zündung der beiden Sprenglandungen sackte der Kran zusammen und fiel wie geplant zu Boden.

RHENUS MIDGARD Kran im Nordenhamer Hafen gesprengt

Nordenham
Zieleinlauf beim Matjeslauf in Emden 2023

VOLKSLÄUFE IM NORDWESTEN IM JUNI – TEIL 1 Von 5 Kilometer bis 6 Stunden – Elf Startgelegenheiten bis zu den Sommerferien

Mathias Freese
Nordwesten
Sind in diesem Sommer früh wieder gefordert: Jan Urbas (links) und Nicholas Jensen

FISCHTOWN PINGUINS Erfolge bescheren Bremerhavener Eishockey-Team dichten Terminplan

Hauke Richters
Bremerhaven
Nimmt im Sommer erstmals an den Olympischen Spielen teil: der Oldenburger Jannis Maus

„ICH WILL MÖGLICHST VIEL AUFSAUGEN“ Oldenburger Kitesurfer Jannis Maus fiebert Olympia-Premiere entgegen

Niklas Benter
Oldenburg
Mit Bildergalerie
Da wird die Deckenlampe zum Duschkopf: Das Wasser kommt durch die Decke und läuft an den Wänden hinunter.

ALBTRAUM-WOHNUNG IN WESTERSTEDE Bei jungem Paar strömt das Wasser aus der Deckenlampe

Anke Brockmeyer
Westerstede