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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Spurensuche in Wesermarsch

11.11.2017

Brake /Golzwarden Arp Schnitger (1648–1719) war nicht nur ein überragender Orgelbauer mit vielen internationalen Kontakten, der gebürtige Schmalenflether (Landkreis Wesermarsch) war auch sehr bemüht um die Ausgestaltung der Kirchen, die für ihn besondere biografische Bedeutung hatten: die St.-Bartholomäus-Kirche in Golzwarden (Landkreis Wesermarsch), in der er getauft wurde, und die St. Pankratiuskirche in Hamburg Neuenfelde, in der er und seine Familie beigesetzt sind. Und an deren Ausgestaltung hat Schnitger maßgeblich mitgewirkt.

Davon ist Dr. Dietrich Diederichs-Gottschalk fest überzeugt. Über Monate hat der Theologe und Kunsthistoriker das Leben des Orgelbauers studiert, hat Predigten und andere Schriften aus der Zeit um 1700 ausgewertet. Die Ergebnisse seiner Forschung hat der 67-Jährige nun in einem Buch zusammengefasst, das gemeinsam von der Arp-Schnitger-Gesellschaft (Golzwarden) und der ev.-luth. Kirchengemeinde Hamburg-Neuenfelde herausgegeben wird. Es erscheint im Isensee Verlag Oldenburg und wird 32 Euro kosten.

Vorgestellt wird das 300 Seiten starke Werk am 18. November ab 10.30 Uhr in der Golzwarder Kirche mit einem reich bebilderten Vortrag von Diederichs-Gottschalk. Zudem werden zwei weitere Vorträge die „Farbfassung der Orgel und der Emporenbilder zu Lebzeiten Schnitgers“ sowie die „Authentische Rekonstruktion der Schnitger-Orgel in der Lutherse Kerk in Groningen“ behandeln.

Um Anmeldung wird gebeten unter Telefon  04401/700 831 (Helmut Bahlmann) oder per E-Mail an info@arp-schnitger-gesellschaft.de.

Quasi als Nebenprodukt seiner Analyse hatte Diederichs-Gottschalk bereits Anfang dieses Jahres eine Indizienkette vorgelegt, die belegen soll, dass Arp Schnitger auf einem der Emporenbilder in seiner Taufkirche zu sehen ist. Bis dato war kein bildlicher Nachweis des Orgelbauers bekannt, dessen Instrumente im Original oder Nachbau in ganz Norddeutschland und in den Niederlanden zu finden sind, aber auch in Portugal und Brasilien.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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