BRAKE - Ray Wilson, früherer Sänger von Genesis, hatte im vergangenen Jahr mit den Brakern leichtes Spiel. Er war bereits zum zweiten Mal in der Kreisstadt zu Gast und hat in Brake viele Fans. Phil Bates, der am 5. August auf der Open-Air-Bühne im Binnenhafen mit Unterstützung des Berlin String Ensembles die Musik des Electric Light Orchestras (ELO) präsentieren wird, muss sich seine Lorbeeren in Brake erst noch verdienen. Angesichts der vielen Hits, die er im Gepäck hat, dürfte ihm das aber nicht allzu schwer fallen.
BrakeEvents veranstaltet das Open-Air-Konzert, das bei schlechtem Wetter in die Großsporthalle verlegt werden wird. Norbert Ostendorf hat die Band jüngst bereits gesehen. In Wernigerode hätten Bates und seine Mitstreiter vor 1500 Zuschauern ein „super Konzert“ abgeliefert und kräftig den dortigen Rathausplatz aufgemischt, berichtet der Organisator. So soll es nun auch im Braker Binnenhafen laufen.
1970 gegründet
Das Electric Light Orchestra wurde 1970 im britischen Birmingham gegründet. Mitglied der ersten Stunde war Sänger und Gitarrist Jeff Lynne, der ELO in den 70er und 80er Jahren zu einer der erfolgreichsten Bands Englands machte und später auch noch als Mitglied der Traveling Wilburys Erfolge feierte. Zudem machte sich Jeff Lynne einen Namen als Produzent. Unter anderem saß er bei Alben von Tom Petty, Roy Orbison, Joe Cocker und George Harrison hinterm Mischpult.
Zum Einsatz kamen bei ELO für das Rock-Genre eher untypische Instrumente wie Cello, Geige und Oboe. Sie wurden zu einem Markenzeichen der Band, die 1973 mit einer Cover-Version des Titels „Roll over Beethoven“ von Chuck Berry den ersten Top- 50-Hit in den USA landete.
Hatte sich das Electric Light Orchestra auf seinen ersten beiden Platten noch recht experimentell gegeben, setzten sie auf den folgenden Alben zunehmend auf radiotaugliche Rock- und Popmusik mit orchestralem Hintergrund. Das 1975 veröffentlichte Album „Face the Music“ enthielt die Hitsingle „Evil Woman“. 1976 kam das Album „A new World Record“ in die Läden, das dank vier erfolgreicher Single Auskopplungen mehrfachen Platin-Status erreichte.
Ein Jahr später sahnten ELO mit dem Doppelalbum „Out of the Blue“ erneut ab. 1979 folgte „Discovery“. Inzwischen liebäugelten Jeff Lynne und seine Mannen mit dem gerade aktuellen Disco-Sound. „Dont bring me down“ wurde zu ihrem größten Hit, dem mit „Rock n Roll is King“ und „Hold on Tight“ weitere folgen sollten. Danach begann der Stern von ELO langsam zu sinken. 1987 löste Jeff Lynne die Band auf.
Erfolglose Reunion
Damit ist die Geschichte von ELO aber noch nicht zu Ende. Der Schlagzeuger Bev Bevan formierte Anfang der 90er Jahre ELO Part II. Nun kam auch Phil Bates ins Spiel, der anstelle von Jeff Lynne die Rolle des Sängers übernahm. Diesem Projekt war allerdings ebenso wenig Erfolg beschieden wie einer Reunion ELOs, die Jeff Lynne 2001 mit dem Album „Zoom“ versuchte.
Als „Nachlassverwalter“ zieht Phil Bates nun durch die Lande und gibt damit den alten ELO-Fans die Chance, die Hits von damals noch einmal live zu erleben. Ob das auch ohne Jeff Lynne funktioniert, wird sich am 5. August ab 21 Uhr im Binnenhafen zeigen. Karten für das Konzert sind im Info-Pavillon von Brake Tourismus und Marketing an der Kaje, bei der Oldenburgischen Landesbank in der Bahnhofstraße, über das Nordwest-Ticketsystem sowie über die Homepage des Veranstalters BrakeEvents erhältlich.
