BRAKE - „Die Interdisziplinäre Frühförderstelle ist eine ganz andere, verpflichtende Art der Zusammenarbeit von Medizin und Pädagogik“, beschrieb Gerhard Haase vom CVJM-Sozialwerk Wesermarsch die Funktion der Einrichtung an der Weserstraße, die am Mittwoch offiziell eingeweiht wurde. „Das ist für alle Berufsgruppen ein neuer Weg.“

Haase setzt sich als Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Familien des Sozialwerks bereits seit den 1970er Jahren für die frühzeitige Förderung von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen ein. Er war deshalb hocherfreut darüber, dass die Wesermarsch mit der Interdisziplinären Frühförderstelle (IFF) eine Vorreiterrolle einnimmt: es ist in Niedersachsen erst die dritte Einrichtung dieser Art.

Diesen „vorbildlichen Charakter“ betonte auch Landrat Michael Höbrink, der die gute Zusammenarbeit mit dem CVJM bei diesem Projekt hervorhob. Der Landkreis übernimmt gemeinsam mit den Krankenkassen die Kosten für die Diagnostik in der IFF.

CVJM-Geschäftsführer Jürgen Lahorde berichtete, dass bereits mit dem Kauf der ehemaligen Seemannsmission im Jahr 2002 an die Einrichtung einer Frühförderstelle gedacht wurde. Für rund 200 000 Euro wurden nun die bestehenden Räume und die Außenanlage umgebaut. Bereits seit Februar arbeiten dort nun Fachleute aus Medizin und Pädagogik zusammen. Bisher wurden von ihnen 37 Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren untersucht. Die Kinder werden entweder vom Hausarzt oder dem Gesundheitsamt an die IFF verwiesen.

Die Frühförderstelle trage dazu bei, dass Kinder ihre Fähigkeiten und ihre Kreativität ausleben können. Dies sei gelebte Inklusion, sagte Thomas Feld vom Kooperationspartner Diakonisches Werk Oldenburg. „Vielfalt muss gelebt und erlebt werden“, sprach er sich für gesellschaftliche Strukturen aus, „in denen Menschen mit Besonderheiten ihren Platz finden.“

Torsten Wewer
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