BRAKE - „Versuche, dein Leben zu machen.“ Mit diesem Satz endet ein Brief ihrer Mutter, den die damals 21-jährige Margot Friedlander in der Wohnung der Familie in Berlin vorfindet. Es ist der 20. Januar 1943. An diesem Tag wollen Margot Friedlander, ihre Mutter und ihr Bruder Ralph vor der Gestapo aus Berlin fliehen. Doch es zu spät. Ihr Bruder ist vorhaftet worden. „Ich habe mich entschlossen, mit Ralph zu gehen“, schreibt die Mutter in dem Brief, „wohin immer das auch sein mag“.
Margot Friedlander tauchte unter und überlebte den Holocaust mit viel Glück. Sie immigrierte 1946 in die USA. Ihre Mutter und ihr Bruder wurden in Auschwitz von den Nazis ermordet.
„Versuche, dein Leben zu machen – Als Jüdin versteckt in Berlin“ lautet ein Buch, in dem Margot Friedländer jetzt zusammen mit der Schriftstellerin Malin Schwerdtfeger ihre Geschichte schildert. Es ist eine Geschichte von Hoffnung und Verrat, von Zivilcourage inmitten des Terrors und vom unbedingten Willen zu überleben. Am diesem Mittwoch, 10. November, ist Margot Friedlander in Brake zu Gast, um in der Buchhandlung Gollenstede aus ihrem Buch zu lesen. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.
