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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Hier wird der Zufall systematisch gesucht

31.08.2018

Bremen Die Kunsthalle Bremen besitzt nach eigenen Angaben weltweit eine der größten Sammlungen von Computergrafiken. Ein Teil davon ist nun in einer eigenen Ausstellung zu sehen. „Frühe Computergraphik“ zeigt eine Auswahl aus der zwischen 1955 und 1979 entstandenen Sammlung.

Anlass für die Schau sind zwei Ausstellungen von Computergraphiken im Jahr 1968, also vor 50 Jahren. Dabei seien in London, New York, San Francisco und Washington sowie in Zagreb wegweisende Werke gezeigt worden, die der Computerkunst zu internationaler Anerkennung verholfen hätten. Ein weiterer Grund sei der 80. Geburtstag von Frieder Nake in diesem Jahr. Der deutsche Mathematiker und Informatiker gilt als Pionier der Computerkunst.

Ein Großteil der gezeigten Grafiken stammt aus der Sammlung Herbert W. Franke. Sie konnte 2006 mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung erworben werden. Ein Schwerpunkt der Schau liegt auf digitalen beziehungsweise algorithmischen Computergrafiken.

Die ersten künstlerischen Computergraphiken entstanden in einem industriellen beziehungsweise universitären Kontext und wurden vorwiegend von Wissenschaftlern und Technikern entwickelt. Gegen Ende der 1960er Jahre interessierten sich vermehrt Künstler für die Technik, sicher auch bedingt durch die verbesserten Ausgabetechniken über Plotter. Vor allem aber gab es inhaltliche Anknüpfungspunkte: Vornehmlich Künstler mit Bezug zur Konkreten Kunst traten in Erscheinung – eine Richtung, die im Idealfall auf mathematisch-geometrischen Grundlagen beruht.

Eines der Prinzipien der frühen Computergraphik ist der systematisch eingesetzte berechnete Zufall, deshalb besser „Pseudo-Zufall“ zu nennen. Die Programme bestimmen Komposition und formale Aspekte der Bilder und verhindern damit Chaos. Die Pseudo-Zufallsgeneratoren entscheiden über die konkreten Werte der Bild-Parameter. Der Einsatz des Zufalls hat in der Kunst eine lange Tradition.

Nach 1945 waren es vor allem die konkreten Künstler und die Protagonisten des Fluxus und Happenings, die den Zufall als mathematisches (algorithmisches) Prinzip einsetzten. Die Computerkünstler leisteten einen grundlegenden Beitrag dazu. Der Einsatz des Zufalls ermöglichte den Künstlern das Vordringen in neue Bildwelten, um „Formkombinationen zu finden, die man nie zuvor gesehen hat, weder in der Natur, noch im Museum“, so Vera Molnar, eine der Pionierinnen der Computerkunst.

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